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Aufführung / Erstaufführung

Die Satansbrut des Colonel Blake

FSK: ab 16, empfohlen ab 16

Wir befinden uns im Jahre 1867. Ganz Texas ist von den Yankees besetzt... Ganz Texas? Nein! Ein von Colonel Blake angeführter Trupp von ehemaligen Konföderierten hört nicht auf, den Besatzern Widerstand zu leisten. Zu ihnen gehören Chamaco, der erst schießt und dann „Guten Tag“ sagt. Rios, der weder das Kriegsbeil noch seine Opfer begräbt. Zeb Russel, eine „Ratte“, die jeden Job übernimmt. Mesa Alvarez, der Rammbock aus Texas, der nur Kleinholz hinterlässt. Fred Calhoun, dessen Spezialität die Frauen seiner Opfer sind. Und Levasseur, des Colonels französischer Diener, der sich gern „zum Affen macht“. Eine illustre Schar von unglorreichen sieben Desperados, die den Yankees das Leben zur Hölle machen. Jedenfalls so lang, bis ein Fremder die Bande unterwandert.
Enzo G. Castellaris Filmografie beschert uns viele brutale und unterhaltsame Stunden. Er schickte den apokalyptischen Reiter ins italienische Wasteland. dirigierte Nico Palmieris exzessive Gewaltorgie und ließ die Bronx zum Sammelplatz für Psychopathen und Extremisten werden. Sein feines Gespür für ein attraktives Umsetzen von exploitativen Filmstoffen ließ ihn zu einem unverzichtbaren Bestandteil des italienischen Genrekinos werden. Bei seiner zweiten Western-Regiearbeit, „Die Satansbrut des Colonel Blake“ mischt Enzo Brutalität mit Zynismus. Der Film entsprang der Blütezeit des italienischen Westerngenres und wurde in der Gegend um Rom gedreht. Mit sehenswerten Bildkompositionen von tristen Landschaften, etwas Low-Key-Fotografie, kleinen Wendungen und sarkastischem Humor lädt Castellari zu einem Glas Wein mit Colonel Blake, einem Outlaw, Rebell und Gentleman zugleich. Gespielt von einem großartigen Guy Madison, der (wie John Ireland und Lee van Cleef) in den 1960er Jahren die USA verließ, um in Europa sein zweites „Filmglück“ zu finden. Ein weiterer Grund diesen Film zu mögen, ist Edward „Edd“ Byrnes. Denjenigen, die vor der „Punk-Revolution“ zur Welt kamen, wird Edd (als Kookie) aus der TV-Serie „77 Sunset Strip“ bekannt sein. Der Entenarsch*, der u. a. durch Hans Clarins spezielle Synchronstimme („Kookie-Kickser“) zu einem Idol der deutschen Teenagerpresse (sowie zur zickigen Diva) wurde. Edd spielt die Rolle des dubiosen Stuart, ein glatt rasierter Alleskönner, dessen Hauptzotteln auch in den haarigsten Situationen einen einwandfreien Eindruck hinterlassen. Abgerundet wird das Gesamtwerk mit dem melodiösen Titelsong „Seven Men“, geträllert von Raoul.

“When seven daring young men,
when seven creeping shadows
go riding and looking for trouble,
trouble comes.“

Na, wenn das keine Ansage ist?

Frank Faltin
*spezielle Rock´n´Roll-Pomade

Sette Winchester Per Un Massacro, Italien/Spanien 1965, 82 Min., dF, Regie: Giovanni Grimaldi, mit: Edd Byrnes, Guy Madison, Thomas Moore, Louise Barret

Website

Filmhaus im KunstKulturQuartier - KommKino

Filmhaus im KunstKulturQuartier - KommKino
Königstr. 93
90402 Nürnberg

Eintrittspreise:
Normal: 6.00 €

Veranstalter:
Kommkino e.V.

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