Die DEFA feiert in diesem Jahr ihr 75-jähriges Bestehen. Die Deutsche Film Aktiengesellschaft war das Filmunternehmen der DDR. Alles was für das Kino produziert wurde, stammte aus Potsdam-Babelsberg. Das Filmhaus nimmt das Jubiläum zum Anlass, einige Highlights und Entdeckungen vorzustellen. „Gegenwartsfilme“ vor allem, die im Hier und Jetzt der damaligen DDR situiert sind und sich mit dem Lebensgefühl (der Frauen) in der DDR beschäftigen sowie Dokumentarfilme, die ebenfalls beredt Auskunft geben über den Alltag und das Leben mit all seinen Schattierungen, Träumen und Hoffnungen. Es sind Zeitkapseln, die allgemeingültig geblieben sind, Kunstwerke somit, den Lauf der Zeit überdauernd und vor der vierten Dimension bestehend. Filme, die weit weg scheinen und doch nah berühren. Je näher man ihnen kommt, desto größer werden sie. Und man wächst selbst mit.

Den Auftakt im September bilden Filme von Jürgen Böttcher, dem Regisseur, Maler und Dokumentaristen, für den Film neben Malerei auch Rhythmus und insofern Musik ist. „Vieles trägt zum Rhythmus eines Films bei, zum Beispiel auch der Wechsel und die gegenseitige Durchdringung von gesprochener Sprache und Schweigen, Ausgesprochenem und Nichtgesagtem, Klarheit und Geheimnis.“ Jeder gute Film brauche ein Geheimnis meinte auch Luis Buñuel, der große Surrealist. Dokumentarisches Filmen verlangt Beobachtungsgabe und Vertrauen. Den porträtierten Arbeiter:innen, Wäscherinnen, Rangierern, Küchenfrauen, Ofenbauern, „die arbeiteten, um zu leben“, so Jürgen Böttcher, „war ich dankbar, dass sie mir etwas gaben. Sensibel, wie sie waren, bemerkten sie, dass ich nichts wollte: nur da sein, nur eine Weile zusammen mit ihnen sein; und sie spürten – ohne Worte, nur Blicke verrieten es ihnen – die Huldigung und die Anteilnahme, die wir ihnen entgegenbrachten. Nur wenn das ganze Filmteam von dieser Sympathie und Wärme durchpulst ist, kommt die Sache zum Klingen.“