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Aufführung / Erstaufführung

Gender Trouble BRD

FSK: ab 16, empfohlen ab 16

Für unsere Spätschiene am Samstag haben sich die STUC*ateure dieses Jahr etwas Besonderes ausgedacht. Der STUC kann ja nicht immer nur Jux und Tollerei bieten, nein, einmal muss er sich auch mit aktuellem Zeitgeschehen kritisch auseinandersetzen, Stellung beziehen und unter Umständen auch erziehen. So haben wir entschieden, dass es längst an der Zeit ist, sich dem von Judith Butler geprägten Begriff "Gender Trouble" mit Hauptaugenmerk auf die Zeitgeschichte der Bundesrepublik Deutschland in einem Double Feature zu widmen.

Unsere Protagonisten*innen sind auf den ersten Blick cis-Frauen und cis-Männer, die ein (allzu) gewöhnliches "normales" Leben führen. Durch einen Schicksalstag beginnen sie ihre durch Kultur und andere gesellschaftliche Organisationsformen zugewiesenen Geschlechterrollen zu hinterfragen (sog. Questioning) und zunehmend abzulegen. Dabei wird ihnen klar, was es bedeutet, Gender Non-Conforming in der deutschen, zutiefst patriarchalischen Gesellschaft zu leben und sich durchschlagen zu müssen, aus der sie das gesamte Female-to-Male bzw. Male-to-Female Spectrum abdeckend sozial ausgeschlossen sind. Glücklicherweise erhalten sie Unterstützung von Allies, die ihnen auf ihrem genderqueeren Weg und bei ihren heteroflexiblen Erfahrungen stets zur Seite stehen. Bei all den Pangender-Turbulenzen zeigt sich zu guter Letzt, dass Geschlechter durch ihre Vielschichtigkeit nicht einfach nur binär oder nach den primären Geschlechtsmerkmalen eingeteilt werden können. Mit welchem Geschlecht man sich identifiziert hängt von einer ganzen Reihe an Faktoren ab, bei denen (körperliche) Erfahrungen, Materialitäten, Diskurse und ideologische Aspekte wichtige Rollen spielen. Unsere Protagonisten*innen stehen dabei vor einer der schwierigsten Phasen ihres Lebens.

Wem beim Lesen dieser Zeilen der Schweiß auf die Stirn tritt, weil er nur Bahnhofskino versteht und eine Auseinandersetzung mit dem Thema bisher nur durch Sexfilme stattfand, der kann ganz beruhigt sein: es werden keine Vorkenntnisse der Gender Studies und des LGBTQIA*-Wortschatzes benötigt, um dem Geschehen folgen zu können, da die Regisseure* beider Filme sich auch in anderen Werken bereits intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt haben und ihr Metier behutsam angehen. Das Double Feature wird mit Sicherheit keine endgültige Antwort auf die Genderfrage geben, mit Sicherheit ist man nach Sichtung der 189 Minuten aber um einiges schlauer als vorher, was Differenz, Rollen und Stereotypen von, zwischen und über Geschlechter angeht.

(Nikolas Schuppe)

Einzelticket: 6 Euro
Tagesticket: 20 Euro
Dauerkarte: 45 Euro

Gender Trouble BRD, 189 Min.

Website

Filmhaus im KunstKulturQuartier - KommKino

Filmhaus im KunstKulturQuartier - KommKino
Königstr. 93
90402 Nürnberg

Eintrittspreise:
Normal: 6.00 €

Veranstalter:
Kommkino e.V.

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