Erstaufführung

Die wilden Schläger von Rockers Town

KARACHO – 4. Festival des Actionfilms

Hell's Belles, USA 1969, 85 Min., dF, Regie: Maury Dexter, mit: Jeremy Slate, Jocelyn Lane, Adam Roarke

FSK: ab 18, empfohlen ab 18

Filmhaus im KunstKulturQuartier - KommKino
Königstr. 93
90402 Nürnberg

Eintrittspreise:
Normal: 6.00 €

„Ein eigentlich recht ordinäres Motorrad (avanciert) zum obskuren Objekt der Begierde: Gleich mehrere Männerparteien wollen unbedingt mal auf der Maschine reiten, klauen sie sich gegenseitig unterm Hintern weg und drücken besorgte Küsse auf den Tank, wenn sie mal umkippt. Mehr Leidenschaft hatte auch Sledge Hammer für seine Susi nicht übrig. Hauptinteressent ist der skrupellose Biker Tampa, der dem rechtmäßigen Besitzer Dan (Slate) sogar seine Frau im Tausch darreicht. Da letzterer allerdings vor lauter Objektfetischismus gegen das handgeschnitzte Modelgesicht und den ultrakurzen Lederrock von Schnuckelchen Jocelyn Lane offenbar immun geworden ist, schlört er sie nur widerwillig mit bei seinem Versuch, den Feuerstuhl seines Herzens zurück zu erobern.
(_) Die prinzipiell plotfreie Prämisse lässt den Film schnell in einen einzigen unterbrechungsfreien Roadrunner-Cartoon ausarten: Im unwegigen Terrain liefern sich die Konkurrenten vergnügliche Cross-Country-Jagden und stellen sich gegenseitig gar listige Fallen; wie weiland Karl Coyote löst Dan z.B. an einer Stelle per Hebelkraft eine Gerölllawine aus, um seine Rivalen zu zermalmen. Die Sahnehaube auf diesem äußerst kurzweiligen Spaß ist der schmissige Cocktail-Lounge-Soundtrack von Les Baxter, der u.a. auch bei Mario Bavas „DIE DREI GESICHTER DER FURCHT“ die musikalische Federführung inne hatte.“ (Björn Lahrmann, Das Manifest)

„Gute Aufnahmen der kargen, bizarren Landschaft Arizonas bilden den eindrucksvollen Hintergrund einer ganz plausiblen Geschichte, die ein offenbar recht genaues Bild nicht nur der äußeren, sondern auch der inneren Verfaßtheit einer Rockergruppe zeichnet. (_) Als Regieleistung beachtenswert ist, wie der Hauptdarsteller in dem oft turbulenten Geschehen immer am kurzen Zügel geführt wird, wie die Stimmungen, die wie ein Wechselbad über ihn kommen, verdeutlicht werden, wie hinter seinem rauhen Äußeren ein nicht gerade weicher, aber doch ansprechbarer Kern sichtbar wird. Wirkungsvoll wird er in Gegensatz gebracht zu dem Bandenführer: einem zwar intelligenten, aber pathologischen Typ, der seine neun Männer und einige "Bräute" zu absolutem Gehorsam zwingt und frei über sie verfügt - bis dann die Angst um das Leben die Auflösung der bereits dezimierten Gruppe einleitet. Interessant ist die Feststellung, daß in einer anarchistischen Kommunität mit faschistischen Methoden "regiert" wird.“ (Mg., Filmdienst)

Website

Die wilden Schläger von Rockers Town - © Veranstalter

Veranstalter:
Kommkino e.V.

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