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Und nächstes Jahr am Balaton

Heimat! Das Filmfestival

Und nächstes Jahr am Balaton, DDR 1980, 90 Min., Regie: Herrmann Zschoche, mit: René Rudolph, Gudrun Ritter, Peter Bause, Fred Delmare, Kareen Schröter, Odette Bereska u. a.

FSK: ab 6, empfohlen ab 14

Fr., 18.01.2019, 17:00 Uhr

Filmhaus im KunstKulturQuartier - Filmhauskino
Königstr. 93
90402 Nürnberg

Eintrittspreise:
Normal: 7 € / Ermäßigt: 6 € / 4.50 €
Ermäßigung für: Schüler*innen, Student*innen / Freundekarteninhaber*in & Nürnberg-Pass

Einführung & Publikumsgespräch: Dr. Ralf Schenk

Eine Reise per Anhalter durch Osteuropa, eine Liebesgeschichte und ein Traum von Sommer und Freiheit: Ines und Jonas (Johnny) aus Ostberlin sind ein junges Liebespaar mit hochfliegenden (Urlaubs-)Plänen:

„Wohin woll’n wir eigentlich?“
„Na – Indien?“
„Du spinnst!“
„Na jut, dann ebent an die Ostsee.“
„Du hast immer so Ideen, Johnny _“

Die Ostsee wird es dann zwar auch nicht und alleine reisen dürfen sie wegen Ines’ spießiger Eltern schon gar nicht. Der Kompromiss, die gemeinsam angetretene Reise mit den Moldenschütts an den bulgarischen Sonnenstrand, hält nur so lange, bis sich die beiden anstandshalber Verlobungsringe anstecken sollen. Das reicht dem rebellischen Jonas. Er steigt aus und trampt alleine weiter. Dem vorgeplanten Schwarzmeerurlaub entflohen, lässt er sich ohne Ziel treiben und mitnehmen, trifft auf alte Bekannte und neue Gesichter und begleitet schließlich die Holländerin Shireen, die auf der Reise „zu den Tantras in Indien“ ist. Zwischen den beiden entwickelt sich ein erotisches Knistern. An der bulgarisch-türkischen Grenze müssen sie jedoch Abschied nehmen. Unterdessen bleiben auch die Moldenschütts auf der Strecke: Ines’ Mutter verpasst bei einem Aufenthalt den Zug, ihr Vater wird an der Grenze zum Aussteigen aufgefordert. So reist Ines allein nach Bulgarien – die anderen ihr nach.

„Das ist ein unterhaltsamer Sommer-Film, ab und an ein wenig philosophierend, mit beträchtlichem Schauwert, leichter Episoden-Dramaturgie, etwas Liebe und Nacktheit und viel Lebensfreude: das Publikum wird’s danken.“ Ralf Schenk sollte Recht behalten mit seiner zur Entstehungszeit getroffenen Einschätzung. Die Reisekomödie entwickelte sich zum Publikumsrenner. Auch wenn dem Reiseabenteuer das Ende stets eingeschrieben ist, wirkte der Film als eine Art Ventil: „Heraus aus der engen DDR, etwas erleben, die Welt sehen, arbeiten, wo es etwas nützt, wo man gebraucht wird – das waren die zentralen Themen nicht nur Jugendlicher.“ (Elke Schieber)

„Der Schluss sollte eine Mischung aus Resignation und Trost sein. Es ist zwar ein Ausbruch – und darauf reagierten die Leute im Kino –, wenn auch ein beschränkter. Weiter als nach Rumänien oder Bulgarien ging es eben nicht.“ (Herrmann Zschoche)

Veranstalter:
KunstKulturQuartier, Filmhaus Nürnberg
Bezirk Mittelfranken Kulturreferat

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