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Aufführung / Erstaufführung

Eine Kugel für Macgregor

FSK: ab 16, empfohlen ab 16

Kommt der Schotte in den Wilden Westen, so geizt er vielleicht mit seinem Geld und seinen Whisky-Vorräten, doch geizt er nie mit Kugeln. Erst recht nicht, wenn sein zünftiges Familienfest von räudigen Banditen aufgemischt wird, die auch noch die vergrabene Schatztruhe mit dem Gold der McGregors mitgehen lassen. Als dann auch noch ihre feschen irischen Bräute entführt werden sollen, kennen die sieben Söhne des McGregor-Clans keinen Pardon mehr mit den Bösewichten, die unter dem Kommando des skrupellosen Maldonado stehen.

Franco Giraldi mag dem geneigten Genrefan vielleicht durch seinen smarten Krimiwestern „Rocco – Der Mann mit den zwei Gesichtern“ ein Begriff sein, und auch mit der Fortsetzung seines eigenen Westernheulers „Die 7 Pistolen des McGregor“, von der er auch weite Teile des Casts übernahm, landete er einen Volltreffer. Wie der Vorgänger ist auch „Eine Kugel für Mac Gregor“ eine italienisch/spanische Co-Produktion, also halb Chorizo-, halb Spaghettiwestern und bietet jede Menge Schauwerte, einen spielfreudigen Cast und abgefahrene Einfälle im Minutentakt. Eine Exposition wird gleich ganz ausgelassen, Schotten und Iren feiern ein zünftiges Get-together, da erscheinen finstere Mexikaner am Horizont und los geht’s! Von Beginn an wirft Giraldi einen Riemen nach dem anderen auf die Orgel bietet satte Action und Humor, der jedoch nie in die ganz infantilen Abgründe des Klamauks abdriftet. Damit gesellt sich dieser Film in eine Reihe mit den wenig später entstandenen Spencer/Hill-Produktionen eines Enzo Barboni oder deren Rip-Offs wie den beiden Providenza-Streifen mit Tomás Milián. „Die glorreichen Sieben“ treffen hier auf „Eine Braut für sieben Brüder“ und Franco Giraldi beweist, dass er in seinen Lehrjahren an den Seiten von Sergio Corbucci und Sergio Leone so einiges an Know-how mitnehmen konnte. So wartet hier eine ebenso launige wie veritable Wiederentdeckung einer vergessenen Genreperle auf den Spaghettiwestern-Connaisseur, die es vielleicht nicht ganz mit den ganz großen Vorbildern ihrer Zunft aufnehmen, aber so manchem Mitläufer im Vorbeigang noch mächtig was auf die Omme geben kann.

Sette Donne Per I Macgregor, Italien/Spanien 1967, 91 Min., dF, Regie: Franco Giraldi, mit: David Bailey, Agata Flori, Leo Anchòriz, George Rigaud

Website

Filmhaus im KunstKulturQuartier - KommKino

Filmhaus im KunstKulturQuartier - KommKino
Königstr. 93
90402 Nürnberg

Eintrittspreise:
Normal: 6.00 €

Veranstalter:
Kommkino e.V.

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