Idioten

25 Jahre Dogma 95

Do / 20.02.2020 / 21:15

FSK: ab 18 Jahre


IDIOTEN ist ein Film von Idioten über Idioten für Idioten, sagt Lars von Trier. Der Film erzählt die Geschichte junger Menschen, die sich durch ihr bewusst seltsames, eigentümliches, eben idiotisches Verhalten gegen die Gesellschaft auflehnen wollen. IDIOTEN gilt nach Vinterbergs FEST als der zweite nach Dogma-Statuten entstandene Spielfilm. Er hielt sich allerdings nicht allzu streng an die Vorgaben. Das Drehbuch entstand innerhalb von vier Tagen, gleich darauf ging es in die Produktionsphase. In der Kritik wurden die beiden ersten Dogma-Filme als „eine neue skandinavische Welle“ beschrieben, die sich noch radikaler ankündigte als die Nouvelle Vague dreißig Jahre früher. IDIOTEN überzeugte vor allem durch die Echtheit der Fiktion und den halbdokumentarischen Wirklichkeitscharakter. Und Hans Messias wusste im Filmdienst schon früh: „Auch hier lugt der Regisseur zwischen den Bildern hervor und wird sich über die filmkritischen Eiertänze freuen, die sein Film sicher provoziert.“

Originaltitel: Idioterne
Land: Dänemark
Jahr: 1998
Regie: Lars von Trier
Darsteller*innen: Bodil Jorgensen, Jens Albinus, Anne Louise Hassing
Länge: 117
Sprachformat: deutsche Fassung
FSK: 18


25 Jahre Dogma 95 – Die kleine dänische Film-Revolte

Vor einem Vierteljahrhundert, am 20. März 1995, wurde mit großem Tamtam und medialer Aufmerksamkeit im Pariser Odeon-Theater das Dogma 95-Manifest vorgestellt. Für die Erstunterzeichner, die beiden dänischen Regisseure Lars von Trier und Thomas Vinterberg, war Dogma 95 eine Kampfansage an das „Illusionskino“ und die „zunehmende Wirklichkeitsentfremdung des Kinos“. Mit zehn eisernen Regeln, „Vow of Chastity“ („Keuschheitsgelübde“) genannt, verbannte man vor allem Effekte und technische Spielereien und zwang die Filmemacherinnen und –macher gewissermaßen „back to the roots“. Auf den Filmfestspielen in Cannes 1999 präsentierten Vinterberg mit „Das Fest“ und von Trier mit „Idioten“ die ersten Filme im Dogma-Stil. Die mediale Aufmerksamkeit war enorm. Die Kritiker waren gespalten, wobei es allerdings durchaus euphorische Stimmen und Auszeichnungen (z. B: Spezialpreis der Jury bei den Filmfestspielen in Cannes für „Das Fest“) gab. Und wenn es sich, aus heutiger Sicht und im schlimmsten Fall, auch um einen Marketing-Gag gehandelt haben sollte: Dogma 95 war ein Ereignis, das so manch Alt-Feuilletonisten aus dem Dämmerschlaf riss, für fruchtbare Debatten innerhalb der Filmkritik sorgte und auch Einzug in die film- und medienwissenschaftlichen Seminare fand. Grund genug also, vier der besten Dogma-Filme noch einmal zu spielen.

Filmhaus im KunstKulturQuartier - KommKino
Königstr. 93
90402 Nürnberg

Eintrittspreise:
Eintritt : 6 €

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