Mo, 24.6. bis Mi, 26.6. um 19.00 Uhr Cine International - Cinéma français: ZU JEDER ZEIT

Di., 25.6., im Anschluss im Foyer: On va au ciné? Si nous parlions des films? Moderation: Michel Gosselin

Do., 27.6. bis So., 14.7. Werkschau Ula Stöckl

Ula Stöckl zu Gast im Filmhaus vom 27.6. bis 30.6.

So., 30.6. um 20 Uhr Stummfilm mit Live-Musik: LIMIT

Live-Musik: Hannes Selig (Flügel), Einführung: Matthias Fetzer

Mi., 3.7. um 20 Uhr DAS MELANCHOLISCHE MÄDCHEN

Zu Gast: Regisseurin Susanne Heinrich

Programm

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Retrospektive Nikos Nikolaidis

Nikos Nikolaidis ist das Enfant terrible des griechischen Kinos. Seine Filme sind vom Film Noir besessen, detailreich in Szene gesetzt, voll von Topoi des Splatter- und Exploitationfilms. Seine Themen sind existenzialistisch, sind die des Eros und Thanatos, der Lust, des Überlebens und des Sterbens. Seine Heldinnen und Helden sind amoralisch, grotesk, ziellos, Outlaws erster Güte. Und doch haftet den noch so extremen Szenen Poetisches an.

Nikolaidis, 1939 in Athen geboren, besuchte die Stavros Stavrakos Film- und Fernsehschule und die Vakalo Hochschule für Kunst und Gestaltung in Athen. Erste Erfahrungen im Film sammelte er bereits 1962 als Assistent des Regisseurs Vasilis Georgiadis und debütierte 1964 mit einem Kurzfilm in Cannes, ein zweiter Kurzfilm sollte folgen. Erst nach dem Sturz der Militärjunta drehte er 1975 seinen ersten Spielfilm EURIDICE BA 2037, den er einer Trilogie mit seinen späteren Werken MORNING PATROL (1987) und THE ZERO YEARS (2005) zugehörig sah – Nikolaidis griff hier auf das Science-Fiction-Kino zurück, um Dystopien zu inszenieren, die klaustrophobisch und pessimistisch die Jahre der Militärdiktatur von 1967 bis 1974 aufgriffen. Die Clique, die sich gegen den Staat auflehnt, ist in drei seiner weiteren Filme zu finden: THE WRETCHES ARE STILL SINGING (1979), SWEET BUNCH (1983) und THE LOSER TAKES IT ALL (2002) – es ist die Trilogie der Außenseiter. SINGAPORE SLING (1990) schockierte und beeindruckte und Nikolaidis avancierte zum Kultregisseur, der die ästhetischen Stilmittel des Film Noir gekonnt einsetzte, wie auch in SEE YOU IN HELL, MY DARLING (1999).

Nikos Nikolaidis inszenierte in einem Zeitraum von 30 Jahren insgesamt nur acht Filme, die trotz ihrer Unterschiede, eins gemeinsam hatten: sie polarisierten. Die griechischen Kritiker verabscheuten die Werke oder lobten sie hoch, seine Filme ließen jedoch niemanden ungerührt. Und auch nach seinem Tod 2007 ist Nikos Nikolaidis der erratische griechische Regisseur, dessen Œuvre Spuren in der gegenwärtigen Filmlandschaft Griechenlands hinterließ – man denke an Panos Kutras oder auch an Yorgos Lanthimos. 

Wir möchten uns herzlich bei Marie-Louise Bartholomew-Nikolaidis bedanken und freuen uns sehr, dass die Filmreihe zum Auftaktwochenende (31.5. bis 2.6.) von der Schauspielerin Michele Valley begleitet wird.

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