Das Künstlerhaus in den früheren Jahren

03.07.2018, Kira Schneider - Baustelle

Am 24. März 1906 wurde der erste Spatenstich getätigt – der erste Spatenstich mit dem die einzigartige Geschichte des Künstlerhauses seinen Lauf nahm.

Als das Haus, welches den Salzstadel ersetzte, 1910 durch Prinz Ludwig eingeweiht wurde, erhielt es zunächst den Namen „Künstlerhaus“.

Elf Jahre später wurde das Künstlerhaus zur städtischen Galerie und einem Kunstclub – doch dies hielt nicht lange an, denn die Nazis begannen schon bald ihr erstes „Schreckenskabinett“ zu errichten. Dieser Aspekt sorgte dafür, dass die moderne Kunst, welche durch Juden und Abtrünnige erschaffen wurde, als „entartete Kunst“ angeprangert wurde. Allerdings durfte sich das Haus über hohen Besuch durch den berühmten Performance-Künstler Joseph Beuys freuen, welcher im Rahmen der 1. Biennale „Konstruktive Kunst“ zu Gast war.

Doch nicht nur, dass die Nazis die moderne Kunst der Juden und Abtrünnigen abwerteten… Sie besetzen von 1933 bis 1945 die städtische Galerie, was 1945 mit einem Bombenangriff endete, bei dem die beiden Türme sowie das Dach getroffen und teilweise zerstört wurden.

Im selben Jahr noch etablierte der Showmaster Peter Frankenfeld einen Club der Amerikaner, welcher bis 1955 bestand – während sich das Künstlerhaus rein optisch als eine halbe Ruine offenbarte.

Ab 1960 gab es den Club der Amerikaner nicht mehr – stattdessen hatte sich die Pädagogische Hochschule in den Räumlichkeiten eingefunden, welche sie dann acht Jahre später wieder verließ.

1974 entstand dann an Ort und Stelle, trotz der für die 70er Jahre anberaumten Abrissarbeiten, das „KOMM“ – Komm für Kommunikations- und Kulturzentrum. Ein Zentrum, das sich vollkommen selbst verwaltete. Die Idee dieser Einrichtung hatte der damalige Kulturreferent Hermann Glaser – in die Umsetzung des Projektes begab er sich dann mit der finanziellen Unterstützung durch die Stadt.

Was folgte waren die Renovierungsarbeiten und damit verbunden auch die Einrichtung mit unterschiedlichen kulturpolitischen Inhalten der jungen Generation. Neben den vierzig Gruppen, die dort ihr Zuhause gefunden hatten umfasste das Haus also fortan ein breit gefächertes Programm – bestehend aus Partys, Ausstellungen, Konzerten aber auch Diskussionen.

Am 05. März 1981 kam es dann zu den bekannten Nürnberger Massenverhaftungen. Der Grund hierfür war die vorhergegangene Spontandemonstration, welche aufgrund einer Kraaker-Veranstaltung entstanden war. Es entstanden Beschädigungen an einem Auto sowie an zwei Schaufenstern in der Innenstadt, woraufhin das KOMM durch die Polizei einkesselte und 141 Personen, darunter 21 Minderjährige, festnahm und sie bis zu zwei Wochen in Gewahrsam behielt. Dieser Verlauf wurde als stark „unverhältnismäßig“ gewertet – für 78 Angeklagte endete diese Demonstration mit der Aussetzung eines Verfahrens am 24. November, das jedoch ein knappes Jahr später wieder eingestellt wurde.

Der Einzug des Werkbundes in das Haus fand schließlich im Jahr 1986 statt.

Heute befinden wir uns bereits im dritten Bauabschnitt – der erste und zweite Bauabschnitt liegen allerdings in den Jahren 1995 bis 2002. In dieser Zeit wurde das Haus teilsaniert und erhielt den heutigen Glasbau an der Stelle, wo einst die Türme emporragten.

1997 war die Zeit des KOMMs vorbei und die Zeit des K4, dem Kultur- und Kommunikationszentrum im Künstlerhaus begann und hielt bis 2007 an. Zwischenzeitlich, 1999, fanden dann auch die ersten Filmtage der Menschenrechte statt.

Das Gebäude wurde umgebaut und das Kulturzentrum befand sich ab diesem Zeitpunkt in städtischer Verwaltung. Ab 2008 wurde das K4 dann zu dem, was es heute ist – dem KunstKulturQuartier als eine vollkommen neue Dienststelle, welche das Künstlerhaus miteinschließt. Ein Ort, an dem die unterschiedlichsten Generationen miteinander in Kontakt treten. Ein Ort, an dem getanzt, gelacht, gesungen und gewerkelt wird. Ein Ort, an dem man Spaß haben kann, ein Ort für jeden.

Doch wie genau sah nun das Künstlerhaus ganz früher und im Verlauf der Jahre aus? Wir möchten euch einen kleinen Einblick in das frühere KOMM geben.