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Das Theater 4 präsentiert "Maulwürfe"

Avatar of SabineSabine - 15.12.2020 - Baustelle, Ein Haus, viele Gesichter

"Bevor Störtebeker stolpert"

"Vertrieben von Willkür, Gewalt und Armut. Einen unmenschlichen Weg übers Meer bewältigt. Die Kinder im Arm. Jetzt knien sie hilflos, sprachlos und ohnmächtig und warten auf eine Entscheidung über Leben und Tod..."

Die Hintergründe

Das Theater4 ist ein bisschen unglücklich: Das Künstlerhaus, seine geliebte Spielstätte, seine künstlerische Heimat wird aktuell bekanntermaßen einer gründlichen Generalsanierung unterzogen. Aufgrund dieses laufenden sogenannten dritten Bauabschnitts des Künstlerhauses musste auch die freie Theatergruppe Theater 4 vorübergehend anderweitig unterkommen. Als der vorläufig letzte Vorhang im Festsaal des Künstlerhauses fiel, erschien es dem Theater 4 erst einmal unmöglich, ohne der besonderen Aura dieses Spielortes Theater zu machen. "Es lebt eben ein ganz besonderer Geist der Kunst in diesem Gebäude", so Reinhard Weirauch (Theater 4). "Ein unangepasster Geist, ein Geist, der etwas will, der wirkt, der nicht gefällig oder eitel ist, der keinen Elfenbeinturm kennt, einer, der anpackt, ein Geist, der sich ebenso verweigert, wie er verändern will, einer der sich mit kleinerer Kunst sehr wohl fühlt, aber dennoch pfeifend querbeet durch die große stapft".

Diesem Geist wollte die Theatergruppe in den langen Jahren der Einsamkeit nun ein bisschen zur Seite stehen und aus seiner Gesellschaft selbst ein wenig Kraft schöpfen. Daher beschloss die Gruppe, kleine, große, theatrale Gedankenfilme mit kurzen Texten zwischen Lyrik und Prosa mitten in der Baustelle des Künstlerhauses zu drehen. Auf diese Weise hoffen die Kreativköpfe des Theater 4, "den Geist des Künstlerhauses zu beschwören, auf dass er die schwere Zeit unbeschadet übersteht". Und um dieses Vorhaben zu unterstützen, bieten wir den Maulwürfen hier auf unserem Blog eine Plattform.

So entstand sie also, die Filmreihe „Maulwürfe“ nach Günter Eich. Maulwürfe sind zwar fleißige Bauarbeiter, aber zugleich auch schädlich und der Feind allzu glatter Rasenflächen: Über ihren Gängen sterben die Gräser ab, in ihren Gängen rennen sie einem Gedanken nach, manche von ihnen schleudern Ratten hoch.

Der erste Film der entstandenen Reihe, der erste dieser "Maulwürfe" wurde nun ausgewildert beziehungsweise veröffentlicht. Ein weiterer soll im Januar folgen und zwei weiteren wird gerade noch das Fell gestriegelt. Traut ihr euch, ihnen weiter in ihre unterirdischen Gänge zu folgen?

Weitere Videos folgen!

 

Ein Dank geht an dieser Stelle raus an Reinhard Weirauch und die gesamte Theatergruppe für die Bereitstellung von Text und Bildern sowie den künstlerischen Input der Filmreihe "Maulwürfe"!

Rückblick auf den Tag der offenen Tür

11.10.2019

Am Sonntag, den 13. Oktober, fand der Tag der offenen Tür der Stadt Nürnberg statt - und auch das Künstlerhaus öffnete seine Werkstätten und zeigte in Führungen die neuen Ausweichorte in und um das Künstlerhaus.

Die Vorbereitungen des Programms begannen bereits um 12 Uhr, zwei Stunden vor Veranstaltungsbeginn, bei strahlendem Sonnenschein. Im Innenhof der Peuntgasse, die während der Umbauphase des Künstlerhauses als Ausweichort dient, wurde alles mit viel Liebe zum Detail aufgebaut - Biertischgarnituren mit hübschen Teelichtern, glitzernde Wimpelketten an den Garagentoren, Plakate und buntes Papierobst an den Wänden, ein einladender Basteltisch für Kinder sowie Kaffee und Kuchen für das leibliche Wohl der BesucherInnen.

Um 14 Uhr begann das vielfältige Programm. Stündlich wurden Führungen angeboten, bei denen die BesucherInnen die Räumlichkeiten der Werkbund Werkstatt Nürnberg und des Künstlerhauses einmal näher kennenlernten. Die Führung verlief quer durch die Gebäude bis in den Innenhof der Peuntgasse, wo bereits am Tor ein Programmpunkt auf die BesucherInnen wartete: Die PortraitzeichnerInnen. Ob ulkige Karrikatur oder detailgetreues Portrait, stets waren sie in ihre Zeichnungen vertieft und behielten den Blick für das Wesentliche. Ein paar Schritte weiter erwartete vor allem die Kinder ein gestalterischer Programmpunkt, bei welchem sie ihrer Kreativität freien Lauf und sich zu neuen Ideen insprieren lassen konnten. Ob beim Basteln mit bunten Pfeifenreinigern, beim Herstellen von Armbändern und Ketten oder auch beim Ausmalen von Mandalavorlagen - alle Kinder konnten sich kreativ austoben.

Zum Verweilen luden die BesucherInnen derweil auch die bereitgestellten Biertischgarnituren ein, an denen der ein oder andere Kuchen mit einer heißen Tasse Kaffee genossen werden konnte. Zumindest bis die köstlichen Leckereien, ein veganer Zitronenkuchen, ein fruchtiger Kirsch-Streusel-Kuchen, ein Schokokuchen oder auch Cookies, gebacken von der regionalen Traditionsbäckerei Hildes Backwut, nach dem großen Anklang beinahe ausverkauft waren. Um 14.30 und 15.30 Uhr erwartete die BesucherInnen dann eine Führung mit der Leiterin des Künstlerhauses. Diese zeigte den Interessierten die neuen Ausweichorte, die die Werkstätten, Gruppen und Vereine des Künstlerhauses während des dritten Bauabschnittes bezogen haben, während sie aufgeschlossen Fragen beantwortete und viele Informationen rund um diese spannende Zeit vermittelte.

Gerade zu den Führungen rund um die Werkstätten kamen große Besuchergruppen, um einen umfassenden Einblick in die Vielfalt des Kulturzentrums zu erhalten; einer der Haltepunkte dieser Führung war dabei die Fahrradwerkstatt, die ihr Tor ebenfalls im Innenhof geöffnet hatte. Hier konnte man zeitweilig den BesucherInnen über die Schulter schauen, die an diesem Tag ihr Fahrrad mitgebracht hatten um daran ein wenig herumzuschrauben. Im Fotolabor durften die BesucherInnen zusehen, wie Fotos auf analogem Weg entstehen, während sie in einer anderen Werkstatt lernen konnten, welche Möglichkeiten es gibt, Stoffe zu verschönern.

Um 17 Uhr fand der Tag der offenen Tür dann letztlich sein Ende - der letzte Schluck Kaffee war getrunken, das Kuchenbuffet aufgegessen und die letzten der insgesamt etwa 200 BesucherInnen machten sich nach einem ereignisreichen Tag auf den Weg nach Hause.

Danke für all das entgegengebrachte Interesse in unser Haus und das zahlreiche Erscheinen!