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Konzert

Drei Affen & Lost Boys

Künstlerhaus im KunstKulturQuartier - Zentralcafé

Künstlerhaus im KunstKulturQuartier - Zentralcafé
Königstr. 93
90402 Nürnberg

Eintrittspreise:
Normal: 8 €

DREI AFFEN
Treibender Screamo/Neocrust aus Spanien

LOST BOYS
Coffeepunx mit Hang zum Screamo aus Nürnberg


Am Anfang ist man ja immer ein bisschen skeptisch. Da kommt eine Band, die sich Drei Affen nennt und man muss unweigerlich denken: „nicht noch so eine schlechte Fun-Punk-Band mit Texten über Besäufnisse auf Festivals“. Bei Drei Affen ist man aber mit dieser Assoziation auf dem Holzweg. Es handelt sich dabei nämlich nicht um die poppigen Lokalhelden eines Jugendzentrums irgendwo in der Provinz, sondern um den neusten Screamo/Hardcore-Export aus Spanien. Und statt langweiligem Songwriting, bei dem die Struktur „Strophe, Refrain, Strophe, Refrain, Strophe, Bridge, Refrain“ niemals verlassen wird, bekommt man düstersten Screamo mit einer ordentlichen Portion Neocrust und leichten Blackmetaleinflüssen serviert, in dem sich klassische Songstrukturen auflösen.
Nach Bands wie Viva Belgrado, OsoLuna oder Boneflower haben sich KennerInnen des Genres ja schon fast daran gewöhnt, dass jedes Jahr eine neue großartige Band von der iberischen Halbinsel kommt, die recht schnell zu den besten Bands Europas gezählt wird. Genauso ist es auch mit Drei Affen. Da wundert es nicht, dass sich die Besetzung der Band zum Teil mit der von OsoLuna überschneidet. Die 2016 erschienene EP, die genau wie die Band „Drei Affen“ heißt, wurde von „Form & Leere“, einem der führenden Musikblogs im Bereich Hardcore-Punk/Screamo/Post-Hardcore umgehend zur besten EP 2016 gekürt. Und auch auf dem „Miss the Stars-Fest“, dem „Wacken der Emos“ sind Drei Affen dieses Jahr zu sehen. Am Tag vorher legen sie aber noch einen Stopp in Nürnberg ein, und der Musikverein ist glücklich, das Trio an diesem Tag im Zentralcafe präsentieren zu dürfen.

Um so was wie Lokalhelden handelt es sich bei den Lost Boys irgendwie schon. Die Mitglieder des 2016 gegründeten Trios haben nämlich in diversen Bands gespielt, die alle aus Nürnberg oder Erlangen stammen und durchaus relevant in der überregionalen Szene haben oder hatten. Zu nennen sind hier Bands wie Masada, Lilith, Todlowski oder John Nada. Aber im Gegensatz zu früheren Projekten der drei, die auch mal ein bisschen poppiger dahergekommen sind, ohne dabei mit Punk als Subkultur zu brechen, geht es bei den Lost Boys ein bisschen härter und chaotischer zu. Die Musik ist auf abstrakte-gebrochene Weiße hart, allerdings ohne sich in ständig wiederholenden Breakdowns zu wiederholen. Damit eröffnen sie einen Räum für Hardcore-Punk, der zwar nicht weichgespühlt daherkommt, aber trotzdem ohne Mackerattitüde daherkommt. Die Texte sind eher assoziative Schnipsel, als klassische Lyrics. Damit entgehen sie der Gefahr ins parolenhafte abzugleiten.

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