Rechte Gewalt – eine aktuelle Gefahr: Ausstellung beschäftigt sich mit mehr als 20 Fällen
Die Ausstellung beschäftigt sich mit mehr als 20 Fällen von Rechtsterrorismus, darunter Beispiele aus Erlangen, Nürnberg und Umgebung, aber auch internationale Verbrechen in Christchurch, Oklahoma City oder Oslo. Ein besonderer Fokus liegt auf den Opfern und deren Angehörigen. Es wird deutlich, dass Rechtsterrorismus keine zeitlich oder lokal begrenzte Erscheinung ist, sondern eine ständige Bedrohung in der deutschen und internationalen Geschichte. Zudem wird der gesellschaftliche und juristische Umgang mit rechtsterroristischen Verbrechen kritisch beleuchtet.
Die vom Memorium Nürnberger Prozesse kuratierte Ausstellung wird im Stadtmuseum Erlangen zu sehen sein – begleitet von sechs öffentlichen Führungen. Die vhs Erlangen bietet dazu ein Rahmenprogramm aus Vorträgen mit Diskussionen an: So referiert der Erlanger Völkerrechtler Philipp Graebke über die Ahndung von Rechtsterrorismus seit den Nürnberger Prozessen. Die Journalistin Elke Grasser-Reitzner und Matthias Fischbach, ehemaliges Mitglied im NSU-Untersuchungsausschuss, spannen den Bogen vom antisemitischen "Erlanger Doppelmord" an Shlomo Lewin und Frida Poeschke 1980 bis zu den Taten des NSU in Mittelfranken.
Auch die Initiative kritisches Gedenken befasst sich bei einer Veranstaltung "Über Vergessen, Erinnern und die Kontinuitäten rechten Terrors" mit dem Mord an Poeschke und Lewin. Schließlich wird der Historiker Leonard Stöcklein über "Roma und Sinti im Fadenkreuz rechter Gewalt" sprechen. Die Ausstellung wird gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales.
Stadtmuseum Erlangen
Martin-Luther-Platz 9
91054 Erlangen
Öffnungszeiten: Di, Mi, Fr 9 – 17, Do 9 – 20, Sa, So 11 – 17 Uhr
Telefon: 09131 86-23 00
stadtmuseum-erlangen.de