Von Plüschtelefon bis zum Handybeweger

Kommunikation macht erfinderisch

von Annabelle Hornung - 2.3.2022

Nürnberg - Die Kokosnuss als Geburtstagsgruß, ein Anzug aus Postbeuteln oder das Radio in der Nussschale – die Ausstellung Kuriose Kommunikation zeigt noch bis 22. Juni, wie ungewöhnlich Menschen sich mitteilen.

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Zet-Phone 69 Tiffany, 2002.

Witz, Erfindergeist und der Wunsch nach Innovationen, diese drei Eigenschaften sind wichtige Motoren der Kommunikationsgeschichte. Davon erzählen viele Objekte in den Sammlungen der Museumsstiftung Post und Telekommunikation (MSPT). 113 ungewöhnliche Objekte und Geschichten aus der Sammlung haben die Kuratoren Matthias Lieb und Fabian Lenczewski für die Ausstellung Kuriose Kommunikation zusammengestellt.

Dabei spielt der Titel mit dem doppelten Wortsinn von „kurios“. Viele Objekte der in sechs Abteilungen gegliederten Schau, wie zum Beispiel eine Postkarte aus sechs Streichhölzern oder die zum Telefon umfunktionierte Badewannenmischbatterie, lassen die Besucherinnen zunächst einmal ob ihrer scheinbaren Skurrilität schmunzeln. Gleichzeitig zeugt die Schau von der menschlichen curiositas, der Neugierde, Innovationen anzustoßen und Vorhandenes kreativ weiterzuentwickeln, wie etwa das Radio in der Nussschale oder die vielen kuriosen Postsendungen aus dem Bereich Mail Art zeigen. Auch der Wunsch, Regeln zu brechen, macht erfinderisch: Dies beweisen gefälschte Briefmarken, Gerätschäften zum unerlaubten Öffnen von Sendungen und ein Handybeweger, welcher der Fitness-App Trainingsaktivitäten suggeriert. Die spannenden Objektgeschichten dazu können in der Broschüre entdeckt werden, die das Kuratoren-Team verfasst hat und die in der Ausstellung zum Mitnehmen ausliegt.

Detektorempfänger in einer Nussschale, 1920/30er Jahre. © Peter Boesang

Anlass für die Schau ist das 150. Gründungsjubiläum der Sammlungen der MSPT. Im Jahr 1872 gab der damalige Generalpostmeister Heinrich von Stephan den Anstoß zur Errichtung des heutigen Museums für Kommunikation Berlin. Die Objekte, die er zusammentrug, waren der Grundstock für die umfangreichen Sammlungen der Stiftung, zu der auch das Nürnberger Haus gehört. Die Bestände werden mittlerweile an den Standorten in Heusenstamm bei Frankfurt, in Berlin sowie im Bonner Archiv für Philatelie erforscht, inventarisiert und konservatorisch betreut.

In Nürnberg schlägt ein umfangreiches Rahmenprogramm den Bogen von den historischen Objekten zu gegenwärtigen Phänomenen der Kommunikation, um die Gäste des Museums kompetent für die kommunikativen Herausforderungen von Gegenwart und Zukunft zu machen.

Zum Ausstellungsende am 22. Juni 2022 feiert das Museum für Kommunikation Nürnberg selbst seinen 120. Geburtstag. Dann sind Gäste ab 15 Uhr zur Finissage von Kurioser Kommunikation eingeladen, die mit einem bunten Programm bis in den Abend führt. Auch im Rahmen der Blauen Nacht (7. Mai) und der Langen Nacht der Wissenschaften (21. Mai) werden Führungen durch die Schau angeboten, ebenso wie jeden Sonntag um 12 Uhr. Weitere Infos unter: mfk-nuernberg.de/ausstellung-kuriose-kommunikation/

Museum für Kommunikation Nürnberg
Lessingstraße 6
90443 Nürnberg
Öffnungszeiten: Di – Fr 9 – 17 Uhr, Sa, So, Fei 10 – 18 Uhr
Telefon: 0911 23 08 80
mfk-nuernberg.de

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