Bürger stimmten 1922 gegen die Vereinigung

Fürth & Nürnberg: 100 Jahre Schwestern im Zwist

von Martin Schramm und Ruth Kollinger - 1.3.2022

Fürth - Die neue Ausstellung im Stadtmuseum Fürth beleuchtet die nicht immer einfache Historie der beiden Nachbarstädte, die bis heute noch für einen Witz oder Stichelei gut ist. Fürth & Nürnberg ist noch bis 11. September 2022 zu sehen.

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Lebensader zwischen Fürth und Nürnberg: 1835 verkehrte der Adler zum ersten Mal.

Anlass dieser Sonderausstellung ist das hundertjährige Jubiläum des gescheiterten Zusammenschlusses beider Städte zu einer Großgemeinde. 1922 verhinderte eine Volksabstimmung in Fürth diese Pläne und bewahrte die Eigenständigkeit.

Die bekannteste „Gemeinsamkeit“ von Fürth und Nürnberg ist die erste Eisenbahn Deutschlands, die 1835 zwischen den beiden Nachbarn verkehrte. Damals befand sich zwischen den zwei Städten noch viel Freiraum, gefüllt mit Feldern, Wäldern und Dörfern. Nicht ohne Grund wurde genau diese Verbindung gewählt, war sie doch seiner Zeit die verkehrsreichste in Bayern. Von einem unbedingten Gegeneinander der beiden Städte kann also keine Rede sein: Es herrschte reger Austausch.

Eine gewisse Rivalität tritt heute am ehesten durch die beiden größten Fußballvereine der Region zu Tage. Die Duelle zwischen der SpVgg Greuther Fürth und dem 1. FC Nürnberg gehören zu den am häufigsten ausgespielten und ältesten Derbys der deutschen Fußballgeschichte. Errang 1914 zunächst die „Spielvereinigung“ den ersten deutschen Meistertitel, so überflügelte der „Club“ bald die Fürther bei der Anzahl. Glänzend waren die Zeiten, als beide Mannschaften den Großteil der deutschen Nationalmannschaft stellten.

Doch darüber hinaus verbindet die Städte nicht nur eine gemeinsame Stadtgrenze. Zahlreiche Pendlerinnen und Pendler überqueren täglich die für Auswärtige kaum bemerkbare Linie. Viele Firmen residieren in der einen wie in der anderen Stadt.

Kaum unterschiedlicher jedoch könnte die Architektur sein: Auf der einen Seite steht Nürnberg mit der Burg, den prunkvollen Gebäuden des Patriziats und den Monumentalbauten des 19. und 20. Jahrhunderts. Fürth dagegen verkörpert einerseits den mittelalterlich-frühneuzeitlichen Marktflecken, zum anderen die Bürgerstadt mit den Prunkbauten des 19. Jahrhunderts.

Dazu gibt es eine unerschöpfliche Anzahl weiterer Themen, die die Städte verbinden – und trennen. So liegen die Städte weiter direkt nebeneinander, meist, aber nicht immer, in Verbundenheit.

Stadtmuseum Fürth
Ottostraße 2
90762 Fürth
Öffnungszeiten: Di – Do, Fei 10 – 16 Uhr, Sa, So 10 – 17 Uhr
Telefon: 0911 974-37 30
stadtmuseum-fuerth.de

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