Ernste Comic-Kunst im Stadtmuseum

Aber ich lebe. Den Holocaust erinnern

von Jakob Hoffmann - 10.6.2022

Erlangen - Nur wenige Überlebende des Holocaust sind heute noch am Leben. Der Aufzeichnung ihrer Erinnerungen kommt damit eine zentrale Rolle zu. Das vielschichtige Comic-Projekt Aber ich lebe, dem ab 16. Juni eine Ausstellung im Stadtmuseum Erlangen gewidmet ist, stellt sich dieser Aufgabe auf ungewöhnliche Weise.

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Thirteen Secrets von Gilad Seliktar, Rolf und Nico Kamp (Ausschnitt) © University of Toronto Press, 2022

Emmie Arbel überlebte als kleines Mädchen die Konzentrationslager Ravensbrück und Bergen-Belsen. David Schaffer entkam dem Genozid in Transnistrien, weil er sich nicht an die Regeln hielt. Die Brüder Nico und Rolf Kamp wurden vom niederländischen Widerstand an 13 verschiedenen Orten vor ihren Mördern versteckt.

In engem Dialog mit vier Überlebenden des Holocaust und zahlreichen Kooperationspartnern schufen die Comickünstler Miriam Libicki (Kanada), Gilad Seliktar (Israel) und Barbara Yelin (München) eine grafische Rekonstruktion autobiografischer Erinnerungen. Durch die Begegnungen sind gezeichnete Geschichten entstanden, die das unfassbare Geschehen vor Augen führen und ein Erinnerungsarchiv für künftige Generationen schaffen.

Anhand von Originalzeichnungen, Skizzen, Archivmaterial und Interviews beleuchtet die Ausstellung im Stadtmuseum Erlangen bis zum 28.8.22 den Entstehungsprozess der Comic-Anthologie Aber ich lebe. Im Rahmen des Internationalen Comic-Salons (16.–19.6.) sind ihr mehrere Begleitveranstaltungen gewidmet.

Stadtmuseum Erlangen
Martin-Luther-Platz 9
91054 Erlangen
Öffnungszeiten: Di, Mi, Fr 9 – 17, Do 9 – 20, Sa, So 11 – 17 Uhr
Telefon: 09131 86-23 00
stadtmuseum-erlangen.de

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