Sonderausstellung mit 500 Exponaten

Steine vom Himmel

von Jürgen Höflinger - 13.6.2022

Nürnberg - Sie ist eine Schau der Superlative: 500 Exponate, davon allein 200 Meteorite, die aus dem All zu uns kamen, zeigt das Naturhistorische Museum Nürnberg in einer Sonderausststellung bis zum 8. Januar 2023.

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Andreas Koppelt bei erfolgreicher Meteoritenjagd auf dem Twannberg in der Schweiz

Können Steine vom Himmel herabfallen? Lange haben Naturforscher nicht daran geglaubt. Erst Ernst Chladni stellte 1794 die Hypothese auf, dass Meteorite Reste aus der Entstehungsgeschichte des Sonnensystems sind und tatsächlich aus dem Weltall stammen. Nicht alle Wissenschaftler konnten sich mit dieser These anfreunden. Berühmte Gegner waren Alexander von Humboldt und Johann Wolfgang von Goethe. Aber als 1803 in L’Aigle in der Normandie fast 3000 Steine vom Himmel fielen und dies von dem jungen Wissenschaftler Jean-Baptiste Biot gründlich untersucht wurde, zweifelte kaum noch jemand.

Heute leistet die Meteoritenforschung einen wichtigen Beitrag zu den Fragen: Wie ist unser Sonnensystem entstanden, und wie kam das Leben auf die Erde? Meteorite sind mit ca. 4,5 Milliarden Jahren schließlich die ältesten Gesteine, die wir kennen.

Auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland sind in den letzten 250 Jahren nur 52 Meteorite gefunden worden. Heute fotografieren Kameras des Feuerkugelnetzes täglich den Nachthimmel und erfassen so die Meteore herabfallender Meteoriten. Durch die Auswertung dieser Daten konnten in Deutschland bereits die Meteorite Neuschwanstein, Stubenberg und Renchen aufgefunden werden, die sonst wahrscheinlich unbemerkt geblieben wären.

Den spektakulären Fall des russischen Meteoriten Chelyabinsk 2013, zeichneten bereits zahlreiche Dash-Cams auf. Beim Fall wurden über 1000 Menschen indirekt durch eine Druckwelle verletzt. Direkt getroffen von einem Meteoriten wurde bisher nachweislich nur Ann Hodges aus Alabama. Sie wurde 1954 auf dem Sofa liegend von einem 4 Kilo schweren Meteoriten an der Hüfte getroffen.

Meteorit Neuschwanstein mit Münze © K. Wimmer

Meteorit Seymchan © A. Koppelt

Mondmeteorit © J. Höflinger

Naturhistorisches Museum Nürnberg
Marientorgraben 8
90402 Nürnberg
Öffnungszeiten: Di – Do, So 10 – 17, Fr 10 – 21, Sa 13 – 17 Uhr
Telefon: 0911 22 79 70
nhg-nuernberg.de

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