Malerin spezialisierte sich auf Porträts

Vortrag zu Sarah Schumann

von Susanna Brogi - 13.6.2022

Nürnberg - Die Beschäftigung mit dem menschlichen Gesicht prägt das gesamte Œuvre Sarah Schumanns. In einem Vortrag am Mittwochabend, 13. Juli 2022 um 19 Uhr stellt Carolin Walberer die unterschiedlichen Spielformen dieser Bildnisse vor.

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Eines ihrer Kunstwerke

Sarah Schumann (1933–2019) zählt zu den wichtigsten Protagonisten und Protagonistinnen der Nachkriegsmoderne in der Bundesrepublik Deutschland. Zu diesem Ergebnis kam das Frankfurter Städel Museum in seinem Oral History Projekt Café Deutschland (2018), das die Anfänge des bundesdeutschen Kunstschaffens nach dem Zweiten Weltkrieg in Zeitzeugen­-Gesprächen mit Künstlerinnen, Galeristen, Sammlern und Ausstellungsmacherinnen nachzeichnet.

Schumanns Porträts der 1970er Jahren zeigen Freundinnen und Kolleginnen in einer Mischtechnik, die sie über Jahrzehnte Schritt für Schritt entwickelte. Im Nachlass überlieferte Materialien veranschaulichen die Genese ihrer Werke, die sowohl Fotografie, Collage als auch Malerei umfassen.

Im Rahmen ihrer Doktorarbeit beschäftigt sich die Kunsthistorikerin Carolin
Walberer intensiv mit dem im Deutschen Kunstarchiv verwahrten Nachlass Schumanns und erforscht die Entwicklung der Künstlerin über mehrere Schaffensphasen hinweg. Ihr Augenmerk liegt dabei auf dem Motiv des Gesichts als zentralem Medium der künstlerischen Reflexion in Schumanns Werk.
Dieses entstand in beinahe sieben Jahrzehnten und umfasst etwa 250 Gemälde und 1000 Papierarbeiten.

Ihre erste Ausstellung hatte die in Berlin geborene Künstlerin 1953 in der Frankfurter Zimmergalerie Franck. In den 1960er Jahren lebte sie in London und dem Piemont, wo erstmals Collagen in surrealistischer Tradition entstanden. 1968 kehrte Schumann dann dauerhaft nach Berlin zurück. Dort schloss sie sich der feministischen Gruppe Brot + Rosen an. In dieser Zeit schuf sie vor allem heroische Bildnisse von Frauen ihrer unmittelbaren Umgebung. Als Co-Kuratorin beteiligte sich Schumann außerdem maßgeblich an der bedeutenden feministischen Ausstellung Künstlerinnen international 1877–1977. Seit 2019 befindet sich ihr schriftlicher Nachlass im Deutschen Kunst-
archiv im Germanischen Nationalmuseum.

Germanisches Nationalmuseum
Kartäusergasse 1
90402 Nürnberg
Öffnungszeiten: Di – So 10 – 18 Uhr, Mi 10 – 20.30 Uhr
Telefon: 0911 13 31-0
www.gnm.de

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