Hidden Beauty

29. Juni – 20. Oktober 2019
Eröffnung: Freitag, 28. Juni, 18 Uhr

Teilnehmende Künstlerinnen und Künstler: Nevin Aladag, Monica Bonvicini, Olafur Eliasson, Ann Veronica Janssens, Michail Pirgelis, Laure Prouvost, Thomas Rentmeister, Karin Sander und Haegue Yang

Nach einer umfassenden energetischen Sanierung feiert die Kunsthalle Nürnberg den Neustart mit einer Ausstellung von Installationen und Skulpturen, die gemäß dem Motto von Carl André „Sculpture as Place“ die räumliche Umgebung einbeziehen und Orte schaffen für physisch erlebbare Erfahrungen. Beteiligt sind Nevin Aladag, Monica Bonvicini, Olafur Eliasson, Ann Veronica Janssens, Michail Pirgelis, Laure Prouvost, Thomas Rentmeister, Karin Sander und Haegue Yang. Ihre Werke verändern die gewohnten Bewegungsabläufe durch die Räume, unterbrechen oder unterstreichen die langen Blickachsen zwischen den Sälen durch großformatige skulpturale Installationen und thematisieren die im Zuge der Sanierungsmaßnahme in den Dächern und hinter Wänden verborgenen Materialien, die mit dem „Klimawandel“ in dem 1913 errichteten Ausstellungsgebäude und dessen Kontrolle eng verbunden sind.
So zum Beispiel die aus Drahtseilen geknüpften Makramés von Nevin Aladag oder die neue, von Thomas Rentmeister konzipierte, begehbare Installation aus Lüftungskanälen. Ann Veronica Janssens großformatige, mit farbigen Folien hinterlegte Glastafeln Magic Mirrors erzeugen eine verwirrende Vielfalt von schillernden Lichtreflexen und flüchtigen Spiegelungen, die die Grenzen zwischen Werk und Betrachtenden auflösen und die Erfahrung des realen Raums verändern. Fast ohne Material kommt hingegen Olafur Eliassons Lichtskulptur Mono Scanner aus, die den verdunkelten Raum wie ein Leuchtturm-Scheinwerfer abtastet und die Aufmerksamkeit auf die Wahrnehmung von Details lenkt. Michail Pirgelis‘ Auseinandersetzung mit der inneren Struktur und den Oberflächen abgewrackter Flugzeuge offenbart nicht nur die verborgene Schönheit eines funktionalen Verkehrsmittels, sondern setzt sich auch mit brisanten Themen wie Mobilität und Reisen, Logistik und Sicherheit auseinander, die im Kunstbetrieb ebenso eine wesentliche Rolle spielen wie in unserer globalisierten Gesellschaft. Und nicht zuletzt lässt sich Monica Bonvicinis erstmals in Deutschland gezeigte Videoinstallation Slamshut sehr gut mit den Erwartungen an die Wiedereröffnung einer Ausstellungsinstitution wie der Kunsthalle Nürnberg verbinden.

Der AusstellungstitelHidden Beauty spielt dabei ebenso auf das verborgene Potenzial an Schönheit von Alltagsmaterialien und Räumen an, das durch die Kunstwerke sichtbar wird, wie auf die Lage der in der mittelalterlichen Stadtmauer versteckten Kunsthalle und ihre Aufgabe als gut funktionierender internationaler Ausstellungsbetrieb.

Zum Neustart wird der Projektraum – in Kooperation mit dem Kunst- und Kultur­pädagogischen Zentrum der Museen in Nürnberg (KPZ) und mit der großzügigen Unterstützung der Zukunftsstiftung der Sparkasse Nürnberg – zu einer festen Station für die Museumspädagogik im Haus. Ein methodisch vielfältiges und innovatives Vermittlungsprogramm mit einem Schwerpunkt auf neuen Medien, u. a. mittels iPads und Kreativ Apps wird in Zukunft in der Kunsthalle Nürnberg auch einen ganz neuen Ansatz entfalten.

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