Marcel Odenbach. Es brennt

Ausstellungseröffnung

Marcel Odenbach. Es brennt

Fr / 2.10.2020 / 17:00 Uhr


Am Eröffnungstag beantworten Live-Speaker zwischen 18 und 22 Uhr Fragen der Besucherinnen und Besucher. Aufgrund der geltenden Hygieneregeln sind maximal 50 Besucherinnen und Besucher gleichzeitig in den Ausstellungsräumen gestattet. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in der Ausstellung ist ebenso verpflichtend wie das Abstandhalten zu anderen Besuchenden.


Die Bedeutung von Geschichte für die Gegenwart und der Umgang mit Erinnerung und Gedächtnis bilden das Leitmotiv im Werk von Marcel Odenbach. Der 1953 in Köln geborene Künstler ist ein Pionier der Videokunst in Deutschland, der schon früh eine spezifische Bildsprache der Montage und Überblendung von Film- und Fernsehmitschnitten, Archivmaterial und selbst produzierten Bildern sowie Filmsequenzen entwickelt hat. Parallel zu den Videoarbeiten entstanden in den 1970er-Jahren Zeichnungen, die einerseits Entwürfe für Videoinstallationen darstellten, andererseits als autonome Text-Bild-Kompositionen funktionierten.
Die Spurensuche in Archiven und Magazinen führte rasch zu umfangreichen Materialsammlungen, aus denen der Künstler großformatige Papierarbeiten mit äußerst kleinteiligen Collagetechniken entwickelt hat. Sie ziehen zunächst auf der Makroebene mit klar erkennbaren Motiven in den Bann, sind jedoch aus Hunderten von winzigen Einzelbildern zusammengesetzt. Zu den gesellschaftspolitischen und zeitgeschichtlichen Themen, mit denen sich Marcel Odenbach konsequent auseinandersetzt, gehören neben Nationalsozialismus, Antisemitismus, Wirtschaftswunder und Wiedervereinigung auch die Geschichte des europäischen Kolonialismus, die mit der Aufteilung Afrikas durch die Konferenz 1884 in Berlin begann.
Ausstellung in der Kunsthalle Nürnberg gibt mit einer Auswahl von Collagen, Filmen und zwei großen Videoinstallationen einen konzentrierten Einblick in das vielfältige Werk von Marcel Odenbach, der in Köln, Berlin und zeitweise in Ghana lebt. Er erhielt u.a. 1991 den Renta-Preis Nürnberg und lehrt – nach Stationen an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe und der Kunsthochschule für Medien Köln – seit 2010 als Professor für Film und Video an der Kunstakademie Düsseldorf.

Kunsthalle im KunstKulturQuartier
Lorenzerstr. 32
90402 Nürnberg

Eintritt frei

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