"WER HAT AN DER UHR GEDREHT?" Über die Wahrnehmung und den Umgang mit der Zeit

Do., 02.10. bis So., 07.12.2014

Hohe Geschwindigkeit ist eines der Hauptmerkmale unserer Gegenwart. Augenscheinlich geht es immer und überall darum, effizienter und schneller zu werden. Damit drängt sich jedoch der Verdacht auf, dass Schnelligkeit zum reinen Selbstzweck mutiert ist.

Innehalten, Nachdenken, Muße? Fehlanzeige! Das System ist auf Hochgeschwindigkeit getrimmt und man kann nicht nicht mitmachen. Aber warum ist das so? Und warum ändern wir nichts, was treibt uns an? War es schon immer so?

Der altgriechische Philosoph Aristoteles definierte Zeit als “das Maß der Bewegung nach dem Früher oder Später”. Vor allem das Christentum entwickelte anknüpfend an die Philosophien der Antike eigene Ideen und Praktiken. Der im Mittelalter zunehmend einsetzende Welthandel, zahlreiche Erfindungen und letztlich die Entstehung des Kapitalismus heutiger Prägung haben das Zeit-Gefüge nachhaltig weiter verändert. Bemerkenswert ist, dass trotz unterschiedlichster Kulturen und Religionen die christliche Zeitrechnung zur weltweit Bestimmenden für Termingeschäfte und Handel wurde.

Spätestens seit der Industrialisierung hat also der Kampf um die Zeit begonnen: Wer bestimmt über die Zeit? Wer kontrolliert sie? Zu welchem Zweck übt er die Kontrolle aus? Ist Zeit Geld? Oder ist wohlhabend, wer über seine Zeit frei bestimmen kann?

Der KOMM-Bildungsbereich beschäftigt sich in seiner Ausstellung “Wer hat an der Uhr gedreht?” mit diesen und vielen anderen Fragen zur Zeit. Er thematisiert Machtstrukturen hinter der Zeitökonomie, fragt nach dem “wie weiter” wenn alles optimiert wurde und stellt dabei so manche Zeit-Frage. Die Ausstellung informiert spielerisch, aufklärerisch und kritisch über Aspekte der Zeit über die Jahrhunderte hinweg. Sie bewegt sich auf den Spuren der antiken Philosophen und Theologen Aristoteles und Augustinus über die mathematischen Gelehrten Newton und Galilei zu den gegenwärtigen Zeitforschern Norbert Elias, Paul Virilio und Hartmut Rosa.

Ein umfassendes Begleitprogramm ergänzt die Ausstellung.

Eröffnung: Mittwoch, 1. Oktober 2014, um 20 Uhr

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