Blaue Nacht 2003 - Fünf Performance-Aktionen

Blaue Nacht 2003 - Fünf Performance-Aktionen begeistern das Publikum im KUNSTHAUS

Das KUNSTHAUS bot in ein Highlight der Blauen Nacht 2003:
Sechs herausragende Nürnberger Performance-KünstlerInnen beteiligten sich mit abendfüllenden Aktionen an unserem Projekt "multitasking. Lange PerformanceNacht": Ulrich Lepka, Andreas Oehlert, Frauke Boggasch und Andreas Kragler, Anders Möhl und Harri Schemm.
Fünf Performances unter einem Dach – spektakuläre und stille Aktionen, eine Klangcollage zum Mitmachen, der Ritt auf dem Freibierfass und Gin in der Unterwasser-Bar ...


Ulrich Lepka
setzte den Verkehrsfluss des Altstadt-Rings in eine Art Winker-Alphabet um – das Ballett eines abgedrehten Verkehrspolizisten. Eine Aktion an zwei Orten: Per Funk gab eine Assistentin vom Dach des Kopfbaus die Farbe der vorbeifahrenden Autos an Lepka durch. Der selbst stand mitten im Kunsthaus auf einem Sockel und setzte die Informationen in Echtzeit in ausladende Gesten seiner Arme um – mit bewundernswerter Ausdauer von 20 Uhr bis 1 Uhr nachts.

Andreas Oehlert stand in einem geschlossenen Plexiglas-Würfel, dessen Wände er im Laufe des Abends von innen mit Klebepunkten bedeckte – bis der Künstler am Ende der Nacht fast völlig verschwunden war hinter dem schwarz-weiß-grauen Punkte-Geflimmer. Eine poetische Aktion, die mit Isolation, Zurschaustellung und klaustrophobischen Momenten experimentierte.

Frauke Boggasch, Andreas Kragler und Rene Margraff bastelten die ganze Nacht über an ihrer interaktiven Klang-Collage, zu der alle Besucher ein Geräusch beisteuern konnten. Im Laufe der Stunden entstand daraus an vier Synthesizern ein Soundteppich zur Blauen Nacht, der sich immer wieder veränderte, irgendwo an der Grenze zwischen Avantgarde-Musik und Kakaophonie. Aktive Beteiligung statt bloßem Konsum war dem eingespielten Performance-Team wichtig, daneben das Spiel mit der organisierten Kunst-Dienstleistung.

Harri Schemm begeisterte und amü sierte mit seinem "Ritt auf dem Freibierfass" – wie immer ging es dabei um den Sinn des Lebens, diesmal ritt Schemm ein Fass Pils, das schämt besser. Beim schweißtreibenden Schaukeln gab es Freibier für alle und eine mittlere Sauerei auf dem Boden.

Anders Möhl schließlich verwandelte einen Raum des Kunsthauses in eine blaue Nixen-Bar. Und auch hier war aktive Beteiligung erwünscht: An der Bar gab es nichts als harte Cocktails – wer die Blaue Nacht noch blauer erleben wollte, war herzlich eingeladen. Als Souvenir gab es dann ein Foto mit zwei echten Nixen!

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