Programm 23. stummFILMMUSIKtage

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Die Entwicklung des Kinematographen von der Jahrmarktsattraktion hin zu ortsfesten und luxuriöseren Filmtheatern ging mit Verfilmungen von Romanen und Theaterstücken einher. Damit rückte das Kino auch in ein Konkurrenzverhältnis zur Literatur als dem damals vorherrschenden Medium, der gegenüber zunächst ein Legitimationszwang bestand. So wirkten auch anerkannte Schriftsteller als Drehbuchautoren oder Verfasser von Zwischentiteln. Mit HAMLET (1921), DIE BÜCHSE DER PANDORA (1929) und FAUST (1926) präsentieren die Stummfilmmusiktage drei Glanzpunkte aus der großen Stummfilmzeit des Weimarer Kinos.
Außerdem begeben sie sich mit Hanns Zischler auf eine ganz besondere Spurensuche. Der Schauspieler und Regisseur, Filmforscher und Kino-enthusiast beschäftigt sich seit fast 40 Jahren mit dem Kinogeher Franz Kafka und lässt ihn in seiner Filmlesung KAFKA GEHT INS KINO nun Bild für Bild aus dem dunklen Kinosaal des frühen Stummfilms ans Licht treten. Ein Faszinosum, das einen Eindruck vom „Augenmensch“ Kafka und seinem Verhältnis zum Kino gibt. Kafkas Freund Max Brod nahm bereits 1910 von der Konkurrenzsituation der beiden Medien Notiz: „Das trockene Buch ist vom Publikum ad acta gelegt; die Zeitung wird flüchtig durchblättert, und abends wird der Bilderhunger im Kino befriedigt.“ Nach der Lesung am Samstag zeigen wir auch den 2002 unter der Regie von Hanns Zischler entstandenen gleichnamigen Dokumentarfilm am Sonntag im Filmhaus.

Nun, wertes Publikum, wir verbinden Film, Musik und Literatur – strömen Sie also in Tafelhalle und Filmhaus!