Angel Guts: Red Rust

Do., 01.01.1970

Filmhaus im KunstKulturQuartier - KommKino
Königstr. 93
90402 Nürnberg

Eintrittspreise:
Normal: 6.00 €

Das erotische Kino aus Japan hat einen festen Platz im KommKino, der meist von frühen schwarzen-weißen Vertretern aus den 1960ern ausgefüllt wird, was vor allem einen pragmatischen Hintergrund hat: Einige Jahre ab Mitte der 60er lang waren die importierten „pinku eigas“ bei den deutschen Verleihern sehr beliebt, ähnlich wie bei den „Schwedenfilmen“ konnte man hier mit durch den „kulturell exotischen“ Kontext etwas mehr wagen als mit Produktionen aus heimischen Gefilden, während die ästhetische Gestaltung auch beim Durchschnittsfabrikat ein hohes Niveau erreichte. Als Ende der 1960er die Welle der Report-, Aufklärungs- und Lederhosen-Filme anrollte, waren die Importe aus Fernost hingegen kaum noch gefragt und nur die allerwenigsten „roman pornos“ der 1970er fanden noch den Weg auf deutsche Leinwände. Viele Filme vor 1965 waren für damalige deutsche Verhältnisse hingegen oft zu gewagt.

So freuen wir uns einerseits, immer wieder auf rare Perlen aus den späteren 60ern zurückgreifen zu können, darunter auch solche, die selbst im Herkunftsland fast vergessen sind und mitunter gar als verschollen gelten. Andererseits bedauern wir aber, dabei in der Auswahl eingeschränkt und in der Regel auf deutsche Synchronfassungen angewiesen zu sein. Umso größer daher unsere Freude, durch eine glückliche terminliche Fügung diesmal dank freundlicher Unterstützung vom Japanischen Kulturinstitut (Köln), Japan Foundation (Tokio) und der Produktionsfirma Nikkatsu drei normalerweise vollkommen unerschwingliche, nun aber kurzzeitig greifbare englisch untertitelte 35mm-Kopien aus Japan zeigen zu können.

In der losen ANGEL GUTS-Reihe, in denen sich unter wechselnder Regie eine jeweils von anderen Darstellerinnen verkörperte weibliche Hauptfigur namens Nami in einer zudringlich-ausbeuterischen Umfeld behaupten muss. Diese ungewöhnlich vielschichtigen Erkundungen der Geschlechter-Verhältnisse und -Abgründe basieren auf der gleichnamigen Manga-Serie von Takashi Ishii.

„Tenshi no harawata: Akai memai“ („Angel Guts: Red Rust aka Red Vertigo“, 1988) vom erstmals selbst Regie führenden Takashi Ishii widmet sich der glücklosen Krankenschwester Nami, die von Patienten vergewaltigt und kurz danach von dem betrügerischen Börsenmakler Muraki angefahren wird, der gerade auf der Flucht ist. Ihre beiden Welten prallen aufeinander, zunächst gewalttätig, dann Trost spendend, aber immerfort düster.

Website

Angel Guts: Red Rust - © Veranstalter

Veranstalter:
Kommkino e.V.

Zurück zur Liste