Urbane Zukunft

Werke aus der Sammlung der wbg und aus städtischem Besitz

26. April bis 7. Oktober 2018

Szenenwechsel Toni Burghart

Was bleibt

19. Juni bis 7. Oktober 2018

Neu in der Sammlung: Willy Cramer

Im Zuge der Recherchen zur Jubiläumsausstellung der Künstlergruppe »Der KREIS« konnte das Werk von Willy Cramer (1900 – 1985) genauer in den Fokus genommen werden. Der 1985 in Stuttgart verstorbene Künstler gehörte 1947 zu den Gründungsmitgliedern der Gruppe; von 1951 bis 1967 war er ihr Vorsitzender und 1967 wurde ihm der Ehrenvorsitz verliehen. Trotz dieser herausragenden Position innerhalb der Nürnberger Künstlerschaft verloren sich die Spuren Cramers mit seinem Umzug nach Stuttgart. Das Gemälde konnte aus dem Nachlass der Familie des Galeristen Maier-Lengeling erworben werden, in dessen Räumlichkeiten am Josephsplatz in Nürnberg 1947 auch die erste Ausstellung des » KREISes« stattgefunden hatte.

Das undatierte Blumenstillleben zeugt von Cramers Einfluss der Klassischen Moderne, mit der er vermutlich während seines Studiums an den Akademien in München in den Jahren zwischen 1920 und 1923 und in Leipzig von 1923 bis 1924 in Berührung gekommen war. Gekonnt arbeitete Cramer die Materialqualitäten und Farbstimmungen eines Straußes farbiger Gladiolen vor einer weißen Umgebung heraus. „So male ich das Bild unter dem Zwange der Freiwerdung dieser Kräfte in den meisten Fällen ohne Unterbrechung bis zu seiner Vollendung […] oft bis zur völligen körperlichen Erschöpfung.“ – mit diesen Worten beschrieb der Künstler 1950 seine Herangehensweise, die sich auch in den kräftigen Farben und dem pastosen Pinselduktus seiner Gemälde ausdrückt. Mit der für Cramer typischen Expressivität wird in dem Gemälde das ungezähmte Element Natur in ein künstlich arrangiertes Stillleben überführt und bleibt dennoch als solches sichtbar.