Nürnberger Schule — führend in Malerei

26. Oktober bis 1. März 2020

Gegen die große grafische Tradition Nürnbergs setzen Künstlerinnen und Künstler seit den 1970er-Jahren eine direkte alla-prima-Malerei, die zwischen naivem Ausdruck und Bad Painting changiert. Um das Gravitätszentrum der Künstlerkneipe „Gregor Samsa“ hat sich in Nürnberg eine vitale und veritable Szene entwickelt, verbunden nicht nur durch künstlerische Freundschaft, sondern auch durch einen ähnlichen Zugriff auf die Welt. Ihre Protagonisten sind Peter Angermann, Harri Schemm, Dan Reeder, Blalla W. Hallmann und Kevin Coyne, deren Werke überkommene malerische Gattungen wie das Selbstbildnis und das Landschaftsbild in poppigen Farben und häufig mit textlichen Kommentaren versehen neu interpretieren. Ihr dreidimensionales Pendant finden sie in der skurrilen Objektkunst von Reiner Zitta und Peter Hammer. Die Gruppenausstellung der Kunstvilla zeigt die „Nürnberger Schule“ erstmals in einem umfassenden Überblick.

Mit freundlicher Unterstützung der zumikon-Kulturstiftung und der Kulturstiftung der Sparkasse Nürnberg.

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1919 – Generation Bauhaus Franz Vornberger

24. Oktober 2019 bis 1. März 2020

Der 1919 in Werneck / Unterfranken geborene Künstler Franz Vornberger wäre am 12. November 100 Jahre alt geworden. Anlässlich des Jubiläums widmet die Kunstvilla dem für die Nürnberger Nachkriegszeit bedeutenden Künstler eine kleine, retrospektiv ausgerichtete Einzelschau.

Als junger Mann ließ sich Franz Vornberger zunächst zum Dekorationsmaler ausbilden. Wie bei vielen seiner Zeitgenossen wurde sein beruflicher Werdegang durch Kriegsdienst und Gefangenschaft unterbrochen. Als einer der ersten Studenten von Professor Hermann Wilhelm an der 1946 wiedereröffneten Nürnberger Kunstakademie konnte Vornberger schließlich seine künstlerische Ausbildung fortsetzen. In einem expressiven Stil entstanden zunächst Landschaften und Stadtansichten, bevor ab den 1960er-Jahren abstrakte Tendenzen stärker in den Vordergrund traten. Im Umfeld der 1963 gegründeten Gruppe N, zu der neben Vornberger auch Toni Burghart, Gerhard Wendland, Egon Eppich, Max Söllner und Arnold Leissler gehörten, erprobte der Künstler die Gesetzmäßigkeiten von Form und Farbe mittels einer geometrischen Bildsprache.

Die Erfahrungen von Krieg und Gefangenschaft, die Vornberger als junger Erwachsener erlebt hatte, fanden ab Ende der 1970er-Jahre verstärkt Einlass in sein Werk. Für seine Bildaussagen fand er kraftvolle Motive, darunter einzelne Köpfe und Gliedmaßen, die isoliert in monochrome Bildräume gestellt werden. In der inhaltlichen Bezugnahme auf Naturkatastrophen oder mythologische Geschichten fand der Künstler einen Rahmen für die Darstellung des menschlichen Leidens sowie verschiedener Facetten menschlicher Kommunikation. Innerhalb der Farbwelt Vornbergers nehmen die Grundfarben Rot, Blau und Gelb eine signalhafte Rolle ein, sodass sich Motivik und Formgebung in den Gemälden und Zeichnungen zu einer ausdrucksstarken Einheit verbinden. Mit seinen Werken appellierte der Künstler bis zu seinem Tod 2008 beharrlich an die Humanität des Menschen vor dem Hintergrund einer vielfach von Krieg und Zerstörung gekennzeichneten Welt.

 

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