Grauzonen. Nürnberger Künstler:innen im Nationalsozialismus

Vortrag von Dr. Anja Prölß-Kammerer

Irma Goecke und die Nürnberger Gobelin-Manufaktur – Gobelins für den „Führer“

Mi / 12.10.2022 / 18:30 Uhr


Die Tapisserie, d.h. der Wandteppich, wurde als besonders prestigeträchtiger Zweig des Kunsthandwerks im Nationalsozialismus ideologisch vereinnahmt. In NS-Repräsentationsbauten befanden sich zahlreiche historische Gobelins und es wurden auch zahlreiche Wandteppiche in eigens dafür gegründeten Manufakturen gefertigt. 1941 wurde in Nürnberg die Nürnberger Gobelin-Manufaktur (ngm) gegründet, um u.a. die Bauten auf dem Reichsparteitagsgelände mit Tapisserien auszustatten. Geleitet wurde die Nürnberger Manufaktur von Irma Goecke, geboren 1895 in Paris. Die studierte Gebrauchsgraphikerin fertigte Textilkunst und leitete u.a. die Textilfachklasse an der Kunstgewerbeschule in Dortmund, ehe sie 1940 an die Nürnberger Akademie als Professorin für Stickerei, Spitzen und Weberei kam. 1941 übernahm sie die Leitung der neu gegründeten Manufaktur. Gefertigt wurden Tapisserien nach Goeckes Entwürfen aber auch nach denen anderer Nürnberger Akademie-Professoren. Über die Geschichte der Manufaktur, ihre Produkte und ihrer Leiterin wird der Vortrag erzählen.
Dr. Anja Prölß-Kammerer, Kunsthistorikerin. Studium der Geschichte, Kunstgeschichte und Pädagogik an der FAU, Leitung der Einrichtung „Pädagogik rund um das Dokumentationszentrum“, DoKuPäd beim Kreisjugendring Nürnberg-Stadt.

Kunstvilla
Blumenstr. 17
90402 Nürnberg
http://kunstvilla.org

Eintrittspreise:
Eintritt: 5 € Eintritt frei

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