Toulu Hassani: 21. Stipendiatin des Marianne-Defet-Malerei-Stipendiums

Mit Toulu Hassani (*1984 in Ahwaz/Iran) zog am 1. September 2021 auf Einladung der Kunsthalle Nürnberg die 21. Stipendiatin des Marianne-Defet-Malerei-Stipendiums in das Atelier- und Galeriehaus Defet ein.

Mit ihren geometrischen Strukturen erinnern viele Werke der Künstlerin an Traditionen der abstrakten Ornamentik: Die kleinteiligen und auf Nahsicht angelegten Raster flimmern vor den Augen, da Bildvordergrund und -hintergrund ständig ihre Rollen zu tauschen scheinen. Das dem Raster zugrundeliegende System weist auf den zweiten Blick Verschiebungen und Richtungswechsel auf. Es scheint sich zu emanzipieren und eine eigene Logik zu entwickeln. Meisterhaft changieren ihre filigranen Arbeiten zwischen Malerei und Zeichnung sowie Malerei und Objekt. Der Bildträger selbst gerät immer wieder in den Fokus und Objekthaftigkeit wie Materialität von Malerei treten hervor.
In der aktuellen 6-teiligen Gemäldeserie Oh Be A Fine Girl Kiss Me (2021) zeigt Toulu Hassani eine für ihr Werk neue Airbrush-Technik. Hier beschäftigt sich die Künstlerin mit Sternenhimmelbildern und abstrahierten grafischen Darstellungen von Sternspektren, die Bezug nehmen auf eine Pionierarbeit amerikanischer Astronominnen des 19. Jahrhunderts am Harvard College Observatory.
Im Rahmen ihre Stipendiums werden Werke von Toulu Hassani in der Kunsthalle Nürnberg vom 4. Juni bis 28. August 2022 im Kontext der Ausstellung Geordnete Verhältnisse zu sehen sein.

Toulu Hassani studierte bis 2012 an der Hochschule für bildende Künste Braunschweig und beendete ihr Studium als Meisterschülerin von Walter Dahn. Seither erhielt sie zahlreiche Stipendien und Preise, unter anderem 2014 das New-York-Stipendium der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und des Landes Niedersachsen, den Sprengel-Preis für Bildende Kunst der Niedersächsischen Sparkassenstiftung (2016), der von einer Einzelausstellung im Sprengel Museum Hannover begleitet wurde. 2017 war sie in einer Einzelausstellung in der Rudolf-Scharpf-Galerie des Wilhelm-Hack-Museums in Ludwigs­hafen und 2019 in der Gruppenausstellung Jetzt! Junge Malerei in Deutschland  in vier deutschen Ausstellungshäusern zu sehen. Für den Kunstpreis der Böttcherstraße Bremen wurde sie 2020 nominiert und hat im Kontext der gleichnamigen Ausstellung in der Kunsthalle Bremen ausgestellt.

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