FR 19. bis SO 21. JUL, 20 UHR PLAN MEE: Das Erbe

Politics on the ground – dieses Jahr in der Katharinenruine!

SA 20. JUL 16 UHR FAIR!? Teil II

TanzPartner Auf die Bühne!

MO 22. JUL 20 UHR Sunday Night Orchestra in der Katharinenruine

Fundstücke feat. Wolf Kerschek & his music plus guests

MI 24. JUL 18 UHR Anschubsen!

Eine generationsübergreifende Tanzperformance

Drei Fragen an Eva Borrmann zu ihrem Stück "DAS ERBE"

Die Produktion „DAS ERBE - politics on the ground“ geht dem Zusammenhang zwischen Raum, Körper und Erinnerung performativ nach und stellt dabei Fragen zum individuellen und kollektiven Erinnern. Was erinnern wir? Wie erinnern wir?                                     
Mit einem internationalen Ensemble aus 5 Tänzer*innen und 8 Kindern nähert sich PLAN MEE erinnerungskulturell geprägten Orten und untersucht hierbei das kulturelle Gedächtnis. Der Zusammenhang zwischen Architektur, Körper und Erinnerung wird zum Ausgangspunkt der Auseinandersetzung über das, was die Geschichte einer Gruppe, einer Gesellschaft ausmachen soll. „DAS ERBE“ist eine Erinnerungs-Orts-Erkundung, eine Einladung zum neuen Blick auf Altes. 



FR 19. bis SO 21. JULI 20 UHR
PLAN MEE Das Erbe
Katharinenruine
Mit anschließender Podiumsdiskussion am Sa 20. JULI mit Johanna Roggan (Tänzerin und Choreographin, the guts company) und André Studt (FAU Erlangen, Institut für Theater- und Medienwissenschaft)

 

Eva Borrmann (*1988) ist freischaffende Choreografin und Tänzerin sowie Gründerin der Compagnie PLAN MEE. Diese wurde u.a. zu Festivals und Residenzen in Linz (A), Athen (GR), Köln und München eingeladen. 2018 unterrichtete sie im Rahmen eines Lehrauftrags an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg.

 

1. Wie kamst Du darauf, den Fokus deiner Inszenierung auf den blanken Raum zu werfen?

Zum einen wollte ich mich selbst herausfordern. Ich bin jemand, der Licht und Ton als gleichwertige Medien gegenüber dem Tanz sieht. Deshalb leben meine bisherigen Stücke auch sehr von der Verschmelzung von Licht, Musik und Körper. Teilweise war es sehr anstrengend, sich „nur“ auf den Körper und den Raum zu beschränken: keine Musik, die einen mitträgt, kein Licht, das die Atmosphäre unterstreicht. Gleichzeitig eröffnete sich dadurch aber auch die Chance, mit einer vorher nie erlebten Ruhe am Stück zu arbeiten – was ohne eine bewusste Beschneidung meiner Möglichkeiten nicht gegangen wäre. Zum anderen war es für mich spannend, den Raum mehr als ein Gegenüber wahrzunehmen, seine Formen, Beschaffenheiten, Töne, Gerüche und Spuren performativ zu erkunden. Dabei haben wir die kleinsten und schmutzigsten Winkel eines solchen Raumes kennengelernt. Nach längerer Betrachtung ist uns bewusst geworden, dass der Raum erst durch den Menschen seine besondere Bedeutung erhält: durch dessen Gedanken und Empfindungen und die daran gekoppelten Erinnerungen. Die drei Aspekte Körper, Architektur und Erinnerung bringen wir in Verbindung und stellen sie zur Diskussion.

2. Was hat die Erinnerung für eine Bedeutung in Deinem Stück?

Ich denke, dass wir uns hauptsächlich an das erinnern, was einen emotionalen Gehalt für uns hat. Diese Überlegung habe ich für „Das Erbe“ aufgegriffen. In einer Szene wird der Raum von den Performer*innen auf Gerüche untersucht. Dabei werden die Gerüche des Raumes mit den persönlichen Erinnerungen der Darstellenden in Form von Erzählungen und Gesängen verknüpft, die sie mit uns teilen. In einer anderen Szene werden mit Hilfsmitteln Orte im Raum markiert, die einen hohen emotionalen Gehalt für die Performer*innen haben. So entsteht im Raum eine Landkarte aus Erinnerungen.

3. Welches Potential hat der Tanz sich zwischen Raum und Erinnerung zu bewegen?

Durch meine Arbeit am Stück habe ich erkannt, dass der Raum die Wege, Aktionen und auch Erinnerung(en) der Performer*innen beeinflusst. Noch viel spannender ist aber, dass das scheinbar auch andersherum gilt, dass wir nämlich den Raum mit unseren Erinnerungen formen. Eine wichtige Frage im Prozess war immer wieder, ob wir den Raum durch unsere Benutzung neu aufladen können – ob wir Orten eine andere Bedeutung zuweisen können als die, die ihnen ursprünglich von der Gesellschaft zugedacht war. Es gibt ja in dem Zusammenhang auch ganz unterschiedlich aufgeladene Räume.
Welche Macht bzw. Möglichkeit hat der Körper? Welche Rolle spielen Erinnerungen? Bei der Produktion wurden neue Fragen aufgeworfen, die Potential für weitere Stücke haben...

 

 

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