Beyer/Kirchmann/Mertens: Patentöchter

Ein Surround-Live-Hörspiel

Do., 12.03.2020 , 20:00 Uhr

Tafelhalle im KunstKulturQuartier
Äußere Sulzbacherstr. 62
90491 Nürnberg

Eintrittspreise:
Normal: 16 € / Ermäßigt: 10 €
Online-Ticket: 13 € / VVK-ermäßigt: 8 €
Rabatt für Schüler*innen und Student*innen + freier Eintritt für Begleitpersonen von Menschen mit Merkzeichen B im Schwerbehindertenausweis + 30 % Rabatt mit Q-Card

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Kultur Information
Königstraße 93
90402 Nürnberg

Zwei Frauen.
Corinna Ponto und Julia Albrecht, Töchter zweier befreundeter Familien. Sie verbringen gemeinsam ihre Kindheit.
Dann der 30. Juli 1977: Jürgen Ponto, Corinnas Vater, bekommt Besuch von Susanne Albrecht, der Tochter seines Jugendfreundes Hans Christian Albrecht und Julias Schwester. Sie bringt Blumen mit. Jürgen Ponto geht eine Vase holen. Wenige Minuten später ist er tot.

30 Jahre nach der Tat, die beider Leben geprägt hat, bricht Julia Albrecht das Schweigen und nimmt Kontakt zu Corinna Ponto auf. Gemeinsam beginnen sie einen Dialog über Schuld und Vergebung.

Corinna Ponto und Julia Albrecht werfen einen neuen Blick auf die – bis heute hauptsächlich von Außenstehenden gedeutete – Geschichte der RAF, die Rolle der Täter und die Wunden, die ihre Taten geschlagen haben. Im Mittelpunkt stehen die Fragen nach Schuld und Täterschaft, nach den Möglichkeiten von Aufarbeitung und Versöhnung.

Eine Art Surround-Live-Hörspiel entwickelt sich. Zwei Schauspielerinnen, eine Loopstation, unzählige Stimmen.
Nach 30 Jahren, in denen sich das Schweigen bis zur Unerträglichkeit verdichtet hat, wollen sich die Stimmen der beiden Gehör verschaffen, sickern durch Gedankenritzen, breiten sich immer mehr aus, explodieren und schießen in die Köpfe der Zuschauer – als wollten sie 30 Jahre Schweigen in einem Moment ungeschehen machen. Der Zuschauer ist umstellt von Lautsprechern: im Foyer, im Untergeschoss, hinter Türen. Aus ihnen sickern Stimmen und Geräusche und reißen ihn in den Strudel der Ereignisse. Ziel ist es, die komplexen Emotionen und Gedanken der Figuren nicht nur zu verstehen, sondern wirklich fühlbar werden zu lassen.

Anhand dieses konkreten Stücks bundesdeutscher Geschichte machen Beyer/Kirchmann/Mertens die Fragwürdigkeit und Vergeblichkeit jeglichen Terrors, die Sinnlosigkeit aller Gewalt erfahrbar und beschäftigen sich damit, was in den Nachrichten nicht steht:
Was geschieht mit denen, die zurückbleiben?

Inszenierung: Gerd Beyer
Ausstattung: Maria Pfeiffer
Mit: Rebecca Kirchmann
Christine Mertens

Eine Koproduktion mit der Tafelhalle, gefördert durch Zuschüsse der Stadt Nürnberg.

WEITERE TERMINE: 13.03.2020 / 14.03.2020 / 19.03.2020 / 21.03.2020

Beyer/Kirchmann/Mertens: Patentöchter - © Veranstalter

Weitere Termine:

Veranstalter:
KunstKulturQuartier, Tafelhalle

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