Geschichte & Profil

Das Tafelwerk:
Zeugnis der Industriellen Revolution

Das Tafelwerk Nürnberg war einst ein Eisenwalzwerk, einer der großen Industriekomplexe in Nürnberg, gegründet von Julius Tafel im Jahre 1876. Fast 100 Jahre später, 1975, wurde das Eisenwerk stillgelegt und später zu großen Teilen abgerissen. Als Zeugnis der Industriellen Revolution blieb das Gebäude der ehemaligen Schraubenfertigungshalle als einziges erhalten. Es wird heute zum einen vom Museum Industriekultur genutzt und ist zum anderen unter dem Namen Tafelhalle als Produktions- und Veranstaltungshaus für Musik, Tanz und Theater bekannt. Im Herbst 1987 öffnete sich hier zum ersten Mal der Theatervorhang. Diese kulturelle Wiederbelebung des Gebäudekomplexes steht ganz im Zeichen der kulturellen Identität und Stadtentwicklung.

Eingangsbereich der Tafelhalle

Die Tafelhalle heute:
Veranstaltungs- und Produktionshaus für freie Kultur

Die Tafelhalle wurde unter anderem auf Wunsch der freien professionellen (vor allem Tanz/Theater) Szene Nürnbergs als deren Spielort gegründet. Darüber hinaus ist sie heute ein vielseitiges Veranstaltungs- und Produktionshaus, als Teil des KunstKulturQuartiers, in städtischer Trägerschaft.

Die programmatische Ausrichtung der Tafelhalle begründet sich in drei Sparten: Musik, Tanz und Theater. Hinzu kommen internationale Festivals: Internationales Figurentheaterfestival, Europäisches Kindertheaterfestival Panoptikum, Jugendtheaterfestival licht.blicke, Menschenrechtsfilmfestival, Filmfestival Türkei Deutschland, StummFilmMusikTage oder auch im Sommerspielort Katharinenruine das st. katharina open air (mit Musik und Theater) sowie wichtige Preisverleihungen der Stadt Nürnberg (Kulturpreis, Kabarettpreis, Menschenrechtsfilmpreis) und Veranstaltungen im Bereich Kabarett (nürnberger burgtheater).

Tafelhalle - Innenansicht

Im Bereich Tanz und Theater versteht sich die Tafelhalle als Koproduzent und Partner der Freien Szene Nürnbergs. Sie bietet Nachwuchskünstlern sowie etablierten Choreografen, Regisseuren, Tänzern eine Bühne und ist Initiator für spartenübergreifende Projekte und neue unkonventionelle Veranstaltungsformate. Die hier gezeigten Tanz- und Theaterproduktionen sollen zum Diskutieren und zum Austausch mit den Künstlern anregen.
(zu aktuellen und vergangenen Koproduktionen...)

In jeder Spielzeit stehen sieben Premieren sowie zahlreiche Wiederaufnahmen und Gastspiele auf dem Programm, die zum Teil auch im Festsaal/ Künstlerhaus Nürnberg, als weiteren experimentellen Spielort für Tanz und Theater, (ur-)aufgeführt werden.
(zu den aktuellen Premieren/Wiederaufnahmen...)

Tafelhalle - Theatercafé

Die Tafelhalle bietet einen programmatischen Gegenpol zu Stadt-/Staatstheatern der Region: unkonventionell, experimentell, publikumsnah, vielfältig und innovativ sind Begriffe die Programm und Künstler beschreiben, nicht zuletzt auch die Erwartungen eines offenen, mutigen Publikums. Für sie ist die Tafelhalle ein Ort für Neues im Sinne kultureller Entdeckungen. Hier entstehen künstlerische Schaffensprozesse mit Nachhaltigkeit. Die 25-jährigen Jubiläen von Thalias Kompagnons und dem ensemble Kontraste in der Spielzeit 2015/16 spiegeln dies wieder. Ebenso wie langjährige Verbindung zu vielen Häusern und Einrichtungen der freien Kulturszene Nürnbergs, national und international bekannten Choreografen/Innen, Tanzkünstlern/Innen und Kompanien: u. a. Kidd Pivot, Toula Limnaios, Déjà Donné, The Bakery - Richard Siegal, Fabien Prioville. Darüber hinaus ist die Tafelhalle Co-Veranstalter der Tanzplattform (ein Netzwerk verschiedener Freier Tanzproduktionszentren bundesweit) und war 2010 auch Ausrichter derselben.

Das musikalische Portfolio der Tafelhalle setzt sich aus verschiedenen Programmreihen zusammen. Zeitgenössische klassische Musik erklingt seit 25 Jahren im Rahmen einer engen Kooperation mit dem ensemble Kontraste. Daraus hervorgegangen ist die Veranstaltungsreihe Kontraste – Klassik in der Tafelhalle. Mit (un-)konventionellen Konzerten, Puppenspiel, Stummfilm, Dichtercafé sowie durch die Zusammenarbeit mit kreativen Kulturschaffenden zeigt die Reihe einen Querschnitt verschiedenster Veranstaltungsformen.

Katharinenruine

Hinter dem Label The Art of Jazz verbirgt sich eine langjährige Partnerschaft mit dem Jazzstudio Nürnberg. Die Programmreihe ist nicht nur eine der ältesten, sondern wohl auch der erfolgreichsten regelmäßigen Jazzveranstaltungen in deutschen Landen. Seit 1980 gastierten viele der Großen des Jazz, aber auch Entdeckungen und musikalische Grenzgänger in der Tafelhalle. Jeden letzten Sonntag im Monat lädt das Sunday Night Orchestra zu Big Band Jazz ins Theatercafé der Tafelhalle ein. Inzwischen hat sich das musikalische Ensemble weit über die Grenzen Nürnbergs hinaus den Ruf eines hervorragenden Orchesters mit außergewöhnlichen Solisten erspielte, bestreitet regelmäßig Konzerte mit internationalen Größen.

Aktuelle Musik aus Skandinavien präsentiert die noch sehr junge und zugleich erfolgreiche Konzertreihe nordwärts. Erfrischend und überraschend anders erklingt mehrmals in der Spielzeit Musik jenseits des 56. Breitengrades, mit hierzulande teilweise noch unbekannten Entdeckungen von Singern/Songwritern, Bands und Musikgruppen verschiedener Genres (Jazz, Folk, u.a.) aus dem hohen Norden.

Hochkarätige Entertainment Künstler sowie Musiker und Bands aus der Weltmusikszene finden in der Tafelhalle eine Bühne, aber auch musikalische Crossover-Projekte. Originalität und Anspruch paaren sich so mit einem hohen Unterhaltungswert.