Präsentation des Kunstwerks „Flagge zeigen“

Eine pinke Flagge an einem acht Meter hohen Mast markiert nun den neuen Haupteingang des Künstlerhauses. "Flagge zeigen" hat die Künstlerin Heidi Sill ihr Statement betitelt und damit die Jury im Kunstwettbewerb für die Gestaltung des neuen Eingangsbereichs im Mai 2020 überzeugt.

Das Kunstwerk „Flagge zeigen“ setzt künftig einen Akzent an dem neuen Haupteingang zum Künstlerhaus, dessen langjährige Sanierung voraussichtlich 2023 abgeschlossen wird. Im Mai 2020 hat die Jury des im Zuge der Sanierung des Künstlerhauses durch das städtische Hochbauamt durchgeführten Kunstwettbewerbs den Entwurf der Künstlerin Heidi Sill prämiert. Heidi Sill, 1963 in Fürth geboren, hat an der Kunstakademie in Nürnberg studiert und lebt in Berlin. Planungs- und Baureferent Daniel F. Ulrich hat am heutigen Dienstag, 13. Dezember 2022, im Beisein der Künstlerin das frisch errichtete Kunstwerk vorgestellt. Das Künstlerhaus ist Teil des KunstKulturQuartiers.

Der Titel „Flagge zeigen“ beschreibt laut Jurybegründung „ortsspezifisch die gesellschaftliche und politische Funktion und Nutzung des Künstlerhauses im Laufe seiner wechselhaften Geschichte. Das leuchtende Pink verweist auf die soziokulturelle Identität der Institution, die in ihrer Phase als KOMM/K4 stark geprägt war durch Einflüsse aus der Popkultur sowie dem nicht unumstrittenen Einsatz für die Emanzipation der Frauen und der Homosexuellenszene.“ Im Zuge des 2019 vom Hochbauamt und dem KunstKulturQuartier der Stadt Nürnberg ausgeschriebenen Kunstwettbewerbs waren 15 Künstlerinnen und Künstler durch eine Vorjury aus 138 Interessensbekundungen ausgewählt worden.

Unter diesen ermittelte eine Fachjury den künstlerisch stärksten Entwurf, der zudem Kriterien wie „dauerhaft, ortsspezifisch und wahrnehmbar“ erfüllen musste. Bürgermeisterin Prof. Dr. Julia Lehner betont: „Im kommenden Jahr wird Nürnbergs Künstlerhaus nach langer Zeit der Sanierung wieder als Kulturort in Gänze öffnen können – bereits jetzt signalisiert der neugestaltete Eingangsbereich, dass das Haus mit allen seinen Angeboten der gesamten Stadtgesellschaft in all ihrer Vielfalt offensteht. Das KunstKulturQuartier setzt an exponierter Stelle ein starkes Zeichen.“

Das skulpturale Objekt besteht aus einer starren, aus Epoxidharz geformten und mit einer pinkfarbenen Beschichtung versehenen Flagge, die sich mittels Kugellager dynamisch nach dem Druck des Windes ausrichtet und somit geschmeidig um einen acht Meter hohen, ebenfalls pink beschichteten Mast dreht. Es kann laut Entwurfskonzept sowohl als Statement als auch als Angebot der Kommunikation zwischen der Öffentlichkeit, der Stadt mit ihren Bewohnerinnen und Bewohnern und dem Künstlerhaus mit seinen unterschiedlichen Nutzerinnen und Nutzern interpretiert werden. „Die aus allen Richtungen sichtbare und wahrnehmbare Skulptur lässt Fragen zu und provoziert gleichermaßen. Sie setzt somit ein Zeichen für das offene, diskursive und nicht übersehbare Kulturzentrum“, erklärt Planungs- und Baureferent Daniel F. Ulrich.

Die Realisierung des Kunstwerks kostet im Rahmen der Sanierung des Künstlerhauses rund 90 000 Euro. Zu den Gesamtkosten der Sanierung erhält die Stadt eine Förderung von rund 10,6 Millionen Euro von Bund und Freistaat Bayern aus dem Programm „Sozialer Zusammenhalt – Zusammenleben im Quartier gemeinsam gestalten“.

„Wir geben der Stadtgesellschaft 2023 das Künstlerhaus für die Zukunft perfekt ertüchtigt zurück. Die Flagge ist auch ein programmatisches Zeichen: Alle die schon da waren heißt sie willkommen und gleichzeitig setzen wir auf frischen Wind.“, so Kulturdirektor Michael Bader.       

Mehr erfahren über den Kunstwettbewerb von 2020

 

zurück