Lebens(t)räume

Ehemalige Akteure im Künstlerhaus | KOMM | K4 sprechen über ihre aktive Zeit im Haus.

Hubert Brüggen, ehemaliger Hausmeister und Begründer des ABM-Projektes im KOMM

Mi / 7.12.2022 / 18:00 Uhr


Bitte beachten Sie die zum Zeitpunkt der Ausstellung geltenden Coronaregeln.


Lebens(t)räume
Künstlerhaus -KOMM - K4 - Künstlerhaus
Eine Ausstellung zur Wirkung eines Kulturortes

Viele, der heutigen Nürnbergerinnen und Nürnberger denken, wenn sie heute an das Nürnberger KÜNSTLERHAUS denken, vermutlich an die Massenverhaftung im Jahr 1981. Der Ruf des 1910 eröffneten KÜNSTLERHAUSES war und ist damit beinahe untrennbar mit dem KOMMunikationszentrum verbunden. Die Geschichte des Hauses vor und nach dieser Zeit ist in der Öffentlichkeit dagegen weit diffuser. Sie stellt ein stetiges und interaktives Wechselspiel dar, zwischen dem Ansinnen der Akteure im Haus und der Stadtgesellschaft. So versuchten Kunst- und Kulturschaffende bereits in den 1910er und 1920er Jahren ihre Kunst und Weltsicht der Bevölkerung nahezubringen. Es wurde die erste städtische Kunstsammlung eingerichtet und ein Gesellschaftshaus für die Künste eröffnet. Anders die Nazis, die am gleichen Ort bereits 1933, in der Ausstellung „Schreckenskammer“, Werke „entarteter“ Künstler:innen zeigten und in deren Folgen diese wichtige Werke zum Teil aus dem Sammlungsbestand der Stadt verschwanden.

Wieder ganz anders die US-Armee, die nach dem Krieg das KÜNSTLERHAUS beschlagnahmte und nach 1945 den „American Club“ einrichtete, der in erster Linie der Unterhaltung der US-Offiziere diente. Deutsche, die in diesen Club gelangten, konnten dort die moderne, weltoffene und populäre Kunstauffassung der USA kennenlernen. Oder sie hatten – wie der große deutsche Moderator der Nachkriegszeit, Peter Frankenfeld – das Glück, dort auftreten zu dürfen. Nach einem kurzen „Dornröschenschlaf“ als städtische Einrichtung der Pädagogischen Hochschule und Teil der Kunsthalle Nürnberg, rückte das Haus als KOMM ab den 1970er Jahren wieder stärker in das öffentliche Bewusstsein. Das Wechselverhältnis zwischen Stadt und KÜNSTLERHAUS wird hier unübersehbar. Das legendäre KOMMunikationszentrum in Nürnberg hat bundesdeutsche Kulturgeschichte geschrieben und auch die Nachfolger, das Kulturzentrum K4 und das Künstlerhaus, stehen in dieser Tradition.

Der Schwerpunkt der Ausstellung „Lebens(t)räume“ liegt auf den letzten 50 Jahren des Hauses. Dabei verbindet sie politische und kulturelle Strömungen mit der Geschichte des KÜNSTLERHAUSES und seinen „Bewohner:innen“. Mit der Eröffnung des Künstlerhauses nach dem letzten großen Sanierungsabschnitt, voraussichtlich im Frühjahr 2023, fragt die Ausstellung darüber hinaus, was die Herausforderungen künftiger Stadt-, Klima-, Verkehrs- und Kulturentwicklung für einen zentralen Kulturort bedeuten. Manche geliebten und wohlmeinenden Ansichten über das KÜNSTLERHAUS werden dabei in ein neues Licht gerückt.

Kunsthaus
Königstr. 93
90402 Nürnberg
http://www.kunsthaus-nuernberg.deweitere Veranstalter:
Diskurswerkstatt e.V.

Eintrittspreise:
Eintritt: 3 € Führungsgebühr, der Eintritt in die Ausstellung ist frei

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