Jeder schreibt für sich allein
Der Autor Anatol Regnier, Sohn von Pamela Wedekind und Charles Regnier, veröffentlichte 2022 ein Buch, das das Leben und Wirken von Schriftsteller:innen in Nazideutschland betrachtet. In Zusammenarbeit mit Regnier adaptierte Dominik Graf gemeinsam mit Constantin Lieb (Autor) und Felix von Boehm (Produktion) das Buch und übersetzte es in einen vielstimmigen Essayfilm, der sich akribisch mit den widersprüchlichen Biographien von Gottfried Benn, Hans Fallada, Erich Kästner, Ina Seidel und Will Vesper auseinandersetzt.
Was hielt kritische Autor:innen wie Erich Kästner, dessen Bücher in Flammen aufgingen, davon ab, zu emigrieren? Welche heute anerkannten Künstler:innen sympathisierten damals mit den Nazis? Welche inneren und äußeren Widersprüche provozierte das Leben und Arbeiten unter dem Regime – auch für Institutionen wie die Akademie der Künste? Anhand von Interviews (u. a. mit Florian Illies, der Kunstkritikerin und -historikerin Julia Voss, dem Filmproduzenten Günter Rohrbach) diskutiert der Film die Frage nach dem Vertrauen in die Kunst und in Künstler:innen – sowie in letzter Konsequenz das komplexe Verhältnis zwischen ästhetischen Positionen und politischem Handeln.
„Ein großer Film, schön und extrem schmerzhaft, ein Stich ins Herz unserer derzeitigen deutschen Debatten und Probleme ... Es ist ein Film, der von Kompromissen und von Opportunismus, von moralischen Abgründen und Empathielosigkeit handelt, von Verhaltenslehren der Kälte und der Wärme, von Bücherverbrennungen und Arrangements. Es ist ein Film, der Linien zieht zu unseren eigenen Verhältnissen, zum Totalitarismus der Gegenwart – und zwar dem in den westlichen Demokratien – und zum Terrorismus der jüngeren Vergangenheit, von Willi Vesper zu Bernhard Vesper, dem Mann von Gudrun Ensslin, der Linien zieht von Gottfried Benn zu Günter Rohrbach, von Erich Kästner zu Dominik Graf selber, zu unseren Eltern und Großeltern und unserer eigenen Zukunft.“ Cinema Moralia, Rüdiger Suchsland
Land: Deutschland
Jahr: 2023
Regie: Dominik Graf
mit: Anatol Regnier, Florian Illies, Géraldine Mercier, Albert
von Schirnding, Henrike Stolze, Günter Rohrbach u. a.
Sprecher:innen: Dominik Graf, Jeanette Hain,
Philipp Moog, Martin Umbach
Länge: 167 Min.
Sprache: deutsche Originalfassung
FSK: ab 0
Eintritt: 8 €
Eintritt ermäßigt: 7 €Schüler:innen, Studierende, Rentner:innen, Menschen mit einem Schwerbehinderten-Ausweis und Gruppen ab 5 Personen
Eintritt ermäßigt: 6 €U25-Tarif (14 bis 24 Jahre)
Eintritt ermäßigt: 5 €Inhaber:innen einer Freundschaftskarte
Eintritt ermäßigt: 4 €Kinder bis 13 Jahre und Inhaber:innen eines Nürnberg-Passes oder Arbeitslosenbescheids
Mehr in dieser Reihe:Neustart
90402 Nürnberg
Aufzug. Für jede Vorstellung sind zwei rollstuhlgerechte Plätze eingerichtet. Reservierungen dafür bitte per E-Mail an: filmhaus@stadt.nuernberg.de






