Das Turiner Pferd
Das Turiner Pferd des Titels verweist auf eine Anekdote über Friedrich Nietzsche: Kurz vor seinem geistigen Zusammenbruch soll der Philosoph auf einer italienischen Straße weinend ein Pferd umarmt haben, das von einem Kutscher mit einer Peitsche malträtiert wurde. Tarr stellt diese Episode an den Anfang seines Films, in dem von Nietzsche im Anschluss keine Spur vorhanden ist. Stattdessen verfolgt die Kamera mit stoischer Ruhe dem Alltag eines Ehepaares, das ein ärmliches Leben im weltabgewandten ungarischen Nirgendwo führt. Zu essen gibt es Kartoffeln, im Stall steht ein (Turiner?) Pferd. Tarrs Schwanengesang ist ein Film über die Einsamkeit des Menschen in der Welt und die letzten Dinge, der freilich ohne jeden metaphysischen Schwulst auskommt. Wie in allen Filmen Tarrs seit DIE WERCKMEISTERSCHEN HARMONIEN war Tarrs langjährige Lebensgefährtin Ágnes Hranitzky nicht nur für den Schnitt verantwortlich, sondern auch als Ko-Regisseurin tätig.
Originaltitel: A torinói ló
Land: Ungarn/Frankreich/Deutschland/Schweiz
Jahr: 2011
Regie: Béla Tarr, Ágnes Hranitzky
mit: János Derzsi, Erika Bók, Mihály Kormos
Länge: 146 Min.
Sprache: Ungarisch
Sprachformat: Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Kopienformat: 35 mm
FSK: keine Angabe
Eintritt: 9 €
Eintritt ermäßigt: 8 €Schüler*innen, Studierende, Rentner*innen, Menschen mit einem Schwerbehinderten-Ausweis und Gruppen ab 5 Personen
Eintritt ermäßigt: 6 €U25-Tarif (14 bis 24 Jahre)
Eintritt ermäßigt: 6 €Inhaber*innen einer Freundschaftskarte
Eintritt ermäßigt: 4 €Kinder bis 13 Jahre und Menschen mit einem Sozialpass der Städte Nürnberg, Fürth, Erlangen, Schwabach oder Arbeitslosenbescheid
Mehr in dieser Reihe:Béla Tarr In Memoriam
90402 Nürnberg
Aufzug. Für jede Vorstellung sind zwei rollstuhlgerechte Plätze eingerichtet. Reservierungen dafür bitte per E-Mail an: filmhaus@stadt.nuernberg.de






