Hallo, hier spricht Alfred Vohrer!
7.10. bis 25.10.2026
„Alfred Vohrer war ein verdammtes Genie!“ Man muss, wenn es um Vohrer geht, fast mit diesem Satz Quentin Tarantinos anfangen, denn in seiner deutschen Heimat hat der Filmemacher, obwohl einer der originellsten Stilisten seiner Generation, nach wie vor keinen festen Platz im filmhistorischen Kanon. Das Filmhaus will das ändern – und widmet Alfred Vohrer eine Werkschau, die in diesem Umfang weltweit ein Novum darstellen dürfte.
Vohrer wurde 1914 in Stuttgart geboren und war Mitte der 1940er einige Jahre lang als Volontär und Regieassistent bei der Ufa tätig. In der Nachkriegszeit arbeitete er zunächst als Synchronregisseur, insbesondere war er für die deutsche Vertonung zahlreicher Hollywoodfilme der Zeit zuständig. Vielleicht sind diese ungewöhnlichen Lehrjahre auch ein Grund dafür, dass Vohrers eigene Filme oft weitaus weltläufiger und zeitgenössischer anmuten als der Großteil der deutschen Filme der 1960er und 1970er.
Vohrers Regiekarriere begann 1958, zu seinem Frühwerk zählen unter anderem der außergewöhnlich sensible Halbstarkenfilm VERBRECHEN NACH SCHULSCHLUSS. 1961 folgte dann DIE TOTEN AUGEN VON LONDON – sein erster Beitrag zur Edgar-Wallace-Serie von Rialto, deren wichtigster Regisseur Vohrer im Anschluss wurde. Insgesamt 14 Wallace-Filme drehte der Regisseur und prägt damit quasi im Alleingang eine ebenso stilbewusste wie selbstironische bundesdeutsche Krimi-Moderne.
Der Kriminalfilm ist, wie nicht zuletzt unser Eröffnungsfilm EIN ALIBI ZERBRICHT zeigt, auch jenseits der Wallace-Serie eine Spezialität Vohrers, das Genre entspricht seiner Vorliebe für rasantes, ornamentales Erzählen und satirische Gesellschaftsbeschreibung. Daneben freilich inszenierte Vohrer auch Komödien, Melodramen, Western, Heimatfilme; alles, was das Herz des Kinopublikums seiner Zeit begehrte. Stets lieferte Vohrer, ein unaufgeregter Exzentriker des Populärkinos, das Gewünschte – aber ein bisschen mehr und ein bisschen anders als erwartet.
Das Filmhaus präsentiert eine breite Auswahl von Vohrers Schaffen – und veranstaltet in Kollaboration mit den geschätzten Kolleg*innen vom Kommkino am zweiten Oktoberwochenende sogar eine Art Vohrer-Festival. Am 10. und 11. Oktober stehen insgesamt neun Vohrer-Filme auf dem Programm, fünf davon – MIT 17 WEINT MAN NICHT, DER ZINKER, DIE BLAUE HAND, DAS SCHWEIGEN IM WALDE und Joshua Logans PICKNICK (Synchronbuch und -regie: Alfred Vohrer) werden vom Kommkino präsentiert. Außerdem läuft am 9. Oktober im Casablanca der Wallace-Film DER HUND VON BLACKWOOD CASTLE.
Programm









Winnetou und sein Freund Old Firehand
Einführung: André Malberg













