Hommage an Dino Risi - Meister der italienischen Komödie
29.10. bis 2.12.2026
Dino Risi (1916–2008) war einer der produktivsten Regisseure Italiens – und ein Meister der Komödie. Zwischen 1951 und 2005 hat er mehr als 50 Filme für Kino und Fernsehen mit den großen Stars seiner Zeit gedreht. Während Risis Filme in Italien und Frankreich geschätzt und vertrieben werden und das MoMA ihm 2016/17 in New York eine umfangreiche Retrospektive gewidmet hat, ist sein Werk hierzulande weitgehend unbekannt. Das Filmhaus zeigt neun seiner Filme aus den Jahren 1955 bis 1971, zum Teil in raren 35-mm-Kopien als Nürnberg-Premiere.
Der 1916 in Mailand geborene Risi studierte Medizin und spezialisierte sich auf die Psychiatrie, bevor er sich der Filmbranche zuwandte – zunächst als Assistent bei Mario Soldati und Alberto Lattuada, eine kurze Zeit lang als Kritiker, schließlich als Regisseur. Zwischen 1946 und 1952 drehte Risi 20, vom Neorealismus geprägte, dokumentarische Kurzfilme. Mit BUIO IN SALA (1950), Beobachtungen in einem Mailänder Kino, machte er auf sich aufmerksam und konnte in der Folge 1951 sein Spielfilmdebüt realisieren. Mit seinem dritten Film, der starbesetzten Komödie IM ZEICHEN DER VENUS, stellte sich 1955 der kommerzielle Erfolg ein. Ausgehend von der Prämisse, dass eine gute Komödie besser ist als ein schlechter „engagierter“ Film, drehte Risi in der zweiten Hälfte der 1950er Jahre eine Abfolge von Liebeskomödien. Mit dem Aufkommen der Commedia all’italiana – subversive Komödien, die mit der Gefälligkeit und dem Optimismus des Genres brachen und die sozialen und gesellschaftlichen Verwerfungen der Zeit durch präzise Alltagsbeobachtung spiegelten – entwickelten sich Risis Komödien ab 1959 zu sozialkritischen Satiren, in den 1960er Jahren wurde er zu einem der zentralen Protagonisten dieses Subgenres. 1961/62 drehte Risi zwei Filme, die bis heute zu den herausragenden des europäischen Kinos jener Jahre zählen. DAS LEBEN IST SCHWER und IL SORPASSO (mit dem unsäglichen deutschen Verleihtitel Verliebt in scharfe Kurven) erzählen gewaltsam vom Klima der Kompromisse, der Sorglosigkeit und der Vulgarität der Jahre des sogenannten Wirtschaftswunders, von Konsum und der Kunst des „Tricksens“. VERLIEBT IN SCHARFE KURVEN, ein Höhepunkt in Risis Filmografie, bringt wesentliche Qualitäten des Regisseurs zum Ausdruck: die Liebe zum authentischen Detail, die Fähigkeit, Figuren von großer Lebendigkeit zu schaffen, die elegante Lässigkeit der Narration, den Elan der Erfindung, die Klarheit der Form, die urkomische Aggressivität der Erzählung.
Risis umfangreiches Werk, das von Höhen und Tiefen geprägt ist, widerlegt die Theorie, wonach „ein wahrer Autor niemals einen schlechten Film dreht“ (Valerio Zurlini). „Von den 40 Filmen, die ich in 30 Jahren gedreht habe, sind 20 zum Wegwerfen, aber gerade diese haben es mir ermöglicht, die anderen zu drehen.“ (Dino Risi). Selbst die schwächsten Filme von Dino Risi haben stets die Eigenschaft, die Entwicklung der Sitten in Italien so gut widerzuspiegeln, wie das kaum einem anderen Filmemacher gelungen ist. Dass die Auswahl im Filmhaus nur Risis bessere Filme umfasst, versteht sich von selbst ...
Programm

Das Leben ist schwer
Do 29. Okt | Einführung: Gari Vanisian










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