Retrospektive Rouben Mamoulian
3.9. bis 30.9.2026
Rouben Mamoulian (1897–1987) zählt zu den talentiertesten und vielseitigsten Regisseuren des klassischen Hollywoodkinos. Mit seinem Namen verbinden sich technische Innovationen, die die filmische Ausdrucksweise bereicherten, ein flüssiger, rhythmischer Stil, musikalische Inszenierungen und Geschick in der Schauspielführung. Zwischen 1929 und 1957 hat Mamoulian 16 Filme unterschiedlichster Genres gedreht und arbeitete mit den großen Stars der Zeit zusammen, darunter Greta Garbo, Marlene Dietrich, Gary Cooper, Henry Fonda, Rita Hayworth, Miriam Hopkins, Barbara Stanwyck, Fredric March, William Holden, Tyrone Power, Fred Astaire und Maurice Chevalier. Das Filmhaus zeigt eine Auswahl von neun Filmen Mamoulians, die zum Teil noch nie in Nürnberg im Kino zu sehen waren.
Rouben Mamoulian wurde 1897 im georgischen Tiflis in eine armenische Familie geboren und fand über das Theater zum Film. Er erlangte frühen Ruhm durch die Inszenierung von Stücken am Moskauer Künstlertheater, im Londoner West End und kurz darauf am Broadway, wo er mit seiner gefeierten Inszenierung des ausschließlich mit Schwarzen Darsteller*innen besetzten Stücks „Porgy: A Play in Four Acts“ (1927), der späteren Vorlage für Gershwins Oper „Porgy & Bess“, erfolgreich war. Ende der 1920er Jahre war Mamoulian der bekannteste Regisseur am Broadway. Die Paramount-Studios, die sich mitten im Umbruch zum Tonfilm befanden, interessierten sich für den jungen Regisseur und engagierten ihn für APPLAUSE (1929). Mamoulian nutzte die Gelegenheit und erweiterte durch seinen innovativen Einsatz von Stimme und Musik in seinem Debüt die Möglichkeiten des frühen Tonfilms. Sein ungewöhnlich experimenteller Ansatz verlieh dem Hollywood-Tonfilm Lebendigkeit, Tiefe und Dynamik. In APPLAUSE und STRASSEN DER GROSSSTADT, der auf einer Geschichte von Dashiell Hammett basiert, entwickelte Mamoulian eine äußerst kunstvolle Bildsprache mit Schatteneffekten und Kamerabewegungen, die in dem großartigen Film DR. JEKYLL UND MR. HYDE ihren Höhepunkt findet. In schneller Abfolge drehte er in den 1930er Jahren zehn Filme. In den 1940er Jahren kehrte Mamoulian zum Broadway zurück, wo er u. a. „Oklahoma“ und „Carousel“ inszenierte, deren szenische Ideen ihrerseits die Filmversionen der 1950er Jahre beeinflussen sollten. Zwischen 1942 und 1957 drehte Mamoulian, der sich nie langfristig an ein Studio band und dem der Ruf eines „schwierigen“ und kompromisslosen Regisseurs anhing, nur drei Filme. Bei LAURA (1944) und PORGY UND BESS (1959) wurde er jeweils durch Otto Preminger am Set ersetzt. 1963 versuchte er mit CLEOPATRA aus seinem inoffiziellen Ruhestand zurückzukehren, doch unzufrieden mit der Produktion zog er sich nicht nur aus dem Projekt, sondern auch aus der Filmbranche selbst zurück.
Programm

Schönste, liebe mich
Do 3. Sep | Einführung: Winfried Günther








Schönste, liebe mich
Mo 14. Sep | Zu Gast: das Filmclub-Team

