Roadmovies
Roadmovies sind Reisefilme, Filme, in denen sich die Protagonisten fortbewegen, äußerlich und innerlich. Die äußere Reise wird zum sichtbaren Ausdruck der psychischen Veränderung ihrer Figuren. Sie handeln vom Unterwegssein und der Schwierigkeit, seinen Platz in der Welt zu finden. Von zentraler Bedeutung für das Genre ist die Idee der Freiheit. Die Reise wird zur Metapher für die Suche nach einer freieren Lebensform und der Identität des Einzelnen in der Gesellschaft. Die Protagonisten sind meist gesellschaftliche Außenseiter, die sich häufig außerhalb des Gesetzes stellen, sich auf der Flucht vor Verfolgern befinden – oder auch vor sich selbst.
Das Roadmovie – mit all seinen Subgenres wie Rennfilm, Bikerfilm, Truckerfilm, Fluchtfilm – ist kein klassisches Genre, das zur Zeit der großen Studios in Hollywood entstanden ist. Es entwickelte sich in der Krise der Major-Studios zeitgleich mit dem New-Hollywood-Kino Ende der 60er Jahre und gab dem vom Western geschaffenen Mythos vom amerikanischen Traum in einer Phase des gesellschaftlichen Aufbruchs und Hoch-Zeit der Gegenkultur eine neue, zeitgemäße Form. Das mythische Bild von Amerika, wo jeder seine Chance hat, wenn er nur genügend Engagement investiert, wird im Roadmovie systematisch dekonstruiert. Im Gegensatz zum Western, wo die Zivilisation erst in dem Maße entsteht, in dem Wildnis erobert und kultiviert wird, ist die Zivilisation im Roadmovie ein festes Regelsystem, das dem Einzelnen entgegensteht. Wo der Westerner immer weiter nach Westen zog, um die Wildnis zu befrieden und sein Glück zu finden, bleibt den Protagonisten im Roadmovie nur, sich immer wieder aufzumachen und darauf zu hoffen, eine Nische zu finden, wo ihr Wille zum Unterwegs-Sein geduldet wird.
Das Filmhaus zeigte im Juli 2013 neun Höhepunkte des Genres aus vier Jahrzehnten. Neben Klassikern wie Dennis Hoppers EASY RIDER (1969), Godards PIERROT LE FOU (1965) und Antonionis BERUF: REPORTER (1975) gab es auch einige Entdeckungen von selten gezeigten Filmen im Programm wie HARLEY DAVIDSON 344 (USA 1973), ASPHALTRENNEN (USA 1971) und Dino Risis wunderbare Tragikomödie VERLIEBT IN SCHARFE KURVEN (Italien 1962).
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