Sonderausstellung: Dore Meyer-Vax (1908 – 1980) – Engagierte Kunst

5. Juli bis 4. Oktober 2020

Eröffnung Sonderausstellung und Museumsfest: Sonntag, 5. Juli 2020, 11 Uhr

Die 1908 als Doris Richter in Nürnberg geborene Künstlerin Dore Meyer-Vax gehört zu den Künstlerinnen, die nahezu vergessen sind. Die Kunstvilla hat sich zum Ziel gesetzt, dies zu ändern und das Schaffen der Malerin in einer groß angelegten Retrospektive anlässlich ihres 40. Todestags vorzustellen. Dore Meyer-Vax studierte zuerst bei Rudolf Schiestl (1878 – 1931) und Max Körner (1887 – 1963) an der damaligen Staatsschule für Angewandte Kunst in Nürnberg, danach von 1929 bis 1933 bei Emil Rudolf Weiß (1875 – 1942) und Karl Hofer (1878 – 1955) in Berlin. In Berlin verkehrte sie im Kreis von Felix Nussbaum (1904 – 1944), der sie porträtierte. Nachdem ihr Mann, der Künstler Walther Meyer, 1942 gefallen und ihr Frühwerk bei einem Luftangriff auf Berlin verbrannt war, kehrte Meyer-Vax nach Nürnberg zurück, wo sie bis Kriegsende Zwangsarbeit leisten musste. Nach 1945 entstanden eindringliche Bilder von kriegstraumatisierten Menschen. Später werden Mutter-Kind-Szenen oder Mädchen an Rückzugsorten ein bevorzugtes Motiv der kinderlos gebliebenen Künstlerin. Daneben wirkte Dore Meyer-Vax auch als Illustratorin und im Bereich Kunst am Bau. Unter anderem hat sich im Nebentreppenhaus des Sigena-Gymnasiums eine großflächige Wandarbeit von ihr erhalten. Die Ausstellung zeigt mit über 100 Gemälden, Zeichnungen und Druckgrafiken das Schaffen einer Künstlerin, die der malerischen Figuration als Ausdruck politischen Gestaltungswillens treu blieb. 1946 war sie Mitbegründerin der „Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit“ und kämpfte als Mitglied und zeitweilige Vorständin der Nürnberger Künstlergruppe „Der KREIS“ für eine Kunst, die sich angesichts der deutschen Vergangenheit einmischt; außerdem hielt sie die Kontakte in die DDR aufrecht. 1953 organisierte sie in München die Protestausstellung „Du sollst nicht töten“, an der u.a. Otto Dix (1891 – 1969) und Otto Pankok (1893 – 1966) teilnahmen, und war 1959 im Rahmen der Ausstellung „Engagé – Künstler, die nicht schweigen“ in Berlin ausgestellt. Die Retrospektive stellt das Schaffen der Künstlerin erstmals seit der Gedächtnisausstellung 1980 vor.

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