Wilhelm Uhlig (geb. 1930) und die Tradition figurativer Plastik in Nürnberg

13. März 2021 – 13. Juni 2021

Eröffnung: Freitag, 12. März 2021, 19 Uhr

Wilhelm Uhlig, geboren 1930 in Guttenberg, ist einer der bekanntesten Bildhauer der Region. Seine Werke finden sich nicht nur im öffentlichen Raum, sie wurden vielfach ausgestellt, unter anderem beim NN-Kunstpreis sowie bei den Künstlergruppen „Der KREIS“ und „Borgo Ensemble“. Seine letzte größere Einzelausstellung an seinem Wirkungsort Nürnberg fand indes 1965 und damit vor 55 Jahren statt. Die Kunstvilla nimmt den 90. Geburtstag des Künstlers zum Anlass, ihn mit einer überfälligen Retrospektive zu ehren. Uhlig studierte von 1951 bis 1959 an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg bei dem Bildhauer Hans Wimmer (1907 – 1992). Wie Wimmer gab Uhlig die figürliche Skulptur nach ihrem nationalsozialistischen Missbrauch nicht auf, sondern entwickelte sie, bezugnehmend auf die Antike und auf die Klassische Moderne, für die Gegenwart weiter. 1972 übernahm Uhlig selbst eine Professur an der Nürnberger Kunstakademie, der er von 1984 bis 1987 als Präsident vorstand. In Uhligs Schaffen nehmen teilweise als Torsi ausgebildete Aktfiguren und Porträts eine besondere Rolle ein. In der Walhalla bei Regensburg stehen die von ihm gestalteten Porträtköpfe des Physikers Albert Einstein und der Ordensschwester Theresia Gerhardinger. In Nürnberg schuf Uhlig die lebensgroße Figur des Schriftstellers Hermann Kesten (1900 – 1996) für die Stadtbibliothek und die „Hygiaia“ für die Mohrenapotheke gegenüber der Lorenzkirche. Innovativ entwickelt der Künstler derzeit seine Menschenbilder weiter indem er entweder den Schaffensprozess seiner Bronzefiguren offenlegt oder aber seriell an ausgewählten Plastiken bis zur Abstraktion weiterarbeitet.
Die Retrospektive der Kunstvilla stellt Wilhelm Uhlig in die Nürnberger Tradition der figurativen Plastik, die u.a. von Hans Wimmer und Christian Höpfner (1939 – 2014), sowie von Uhligs Schülerinnen und Schülern Michaela Biet (geb. 1957), Clemens Heinl (geb. 1959) und Franz Weidinger (geb. 1966) vertreten wird. Neben dem Sonderausstellungsbereich wird erstmals auch der Außenraum bespielt.

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