Grauzonen. Nürnberger Künstler:innen im Nationalsozialismus

25. Juni 2022 bis 02. Oktober 2022

In der 2014 als Kunstmuseum der Stadt Nürnberg eröffneten Kunstvilla ist der Zeitraum von 1933 bis 1945 in der Dauerausstellung, die ein Panorama der Kunst in und aus Nürnberg von 1900 bis in die Gegenwart bietet, bislang ausgespart. Dies verdankt sich der Tatsache, dass das Nürnberger Kunstschaffen in der Zeit des Nationalsozialismus bislang noch nicht nähergehend untersucht wurde, wohingegen die Institutionsgeschichte der Vorgängerinstitution der Kunstvilla, der „Fränkischen Galerie“, weitestgehend bekannt ist.

Das Ausstellungs- und Katalogprojekt verfolgt das Ziel, die Wissenslücke zu schließen. In diesem Zusammenhang sind die Erwerbungszusammenhänge besonders relevant. Im weiteren Fokus stehen allgemein die für die Nürnberger Künstler:innen wichtigen Funktionäre und die sich daraus ergebende Netzwerke, im einzelnen ihre Ausstellungsteilnahmen und Teilnahmen an öffentlichen Wettbewerben sowie Buchillustrationen in nationalsozialistischer Literatur.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die Künstler:innen Willy Bloss, Jakob Dietz, Irma Goecke, Eitel Klein, Max Körner, Erich Kohout, Ria Picco-Rückert, Luis Rauschhuber, Georg Weidenbacher und Hermann Wilhelm. Anhand dieser Künstlerpersönlichkeiten werden exemplarisch verschiedene Wege aufgezeigt, die es ermöglichten, in der Zeit des Nationalsozialismus künstlerisch tätig zu sein: von der vollständigen Anpassung bis zur Ausnutzung von Schlupflöchern. Ein Ausblick in die Nachkriegsjahre stellt die Frage nach Kontinuität oder Neubeginn nach 1945.

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