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American Honey

Werkschau Andrea Arnold

American Honey, GB/USA 2016, 162 Min., Englisch, OmU, Regie: Andrea Arnold, mit: Sasha Lane, Shia LaBeouf, Riley Keough u. a.

FSK: ab 12, empfohlen ab 16

Filmhaus im KunstKulturQuartier - Filmhauskino
Königstr. 93
90402 Nürnberg

Eintrittspreise:
Normal: 7 € / Ermäßigt: 6 € / 4.50 €
Ermäßigung für: Schüler*innen, Student*innen / Freundekarteninhaber*in & Nürnberg-Pass

Star hat nichts zu verlieren. Als sie Jake begegnet, der Teil einer jugendlichen Drückerkolonne ist, entschlüpft sie dem Netz aus Armut und Missbrauch, dass sie gefangen hält und schließt sich der Gruppe auf ihrem Roadtrip durch die Staaten an. Die Betrügerei und das Abhängigkeitsverhältnis ihres neuen Jobs sind ihr zuwider, doch sie genießt die neugewonnene Freiheit, beim gemeinsamen Feiern, Trinken und Raufen mit dem Rest der Crew und besonders mit Jake, mit dem sie ein turbulentes Verhältnis beginnt.

Aufgrund ihrer Mobilität bewegt sich die Gruppe in einem scheinbar gesetzlosen Raum und besonders Star begibt sich immer wieder in gefährliche Situationen. Dennoch überwiegt eine positive, lebensbejahende Stimmung, die zuweilen ironische Töne annimmt und den Zuschauer immer wieder in den Bann zieht.

Weitere Termine:

Veranstalter:
KunstKulturQuartier, Filmhaus Nürnberg

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Werkschau Andrea Arnold

Die Regisseurin Andrea Arnold gilt als eine der prominentesten Vertreterinnen des neuen britischen Kinos. Nach einem Regiestudium in Los Angeles stellte sie sich hinter die Kamera, um der Welt ihren Blick auf das Leben zu präsentieren und war damit äußerst erfolgreich. Bereits mit ihrem 26-minütigen Film WASP gewann sie 2004 den Kurzfilm-Oscar, ihren ersten Spielfilm RED ROAD brachte sie 2006 im Wettbewerb in Cannes unter und nahm dafür gleich den Preis der Jury in Empfang. Auch ihr zweiter Langfilm FISH TANK erhielt in Cannes (2009) den Preis der Jury. Mit WUTHERING HEIGHTS – EMILY BRONTËS STURMHÖHE (2011) gelang ihr ebenfalls ein beeindruckender, weltweiter Lauf durch die Festivals.
Sie bereichert mit ihren Werken die Filmlandschaft Großbritanniens um eine wertvolle weibliche Perspektive, aus der heraus sie Themen wie Armut, Alltags- und Trauerbewältigung und das pendelnde Gleichgewicht menschlicher Beziehungen im Auf und Ab meisterhaft darstellt. Die hässliche Fratze der Realität wandelt sich in ihren Filmen zuweilen zu einer Ästhetik des Ungeordneten als Schönem, wenn ihre Protagonisten trotz wiederholter Anfeindungen und sogar physischer Auseinandersetzungen doch wieder zueinanderfinden. Manchmal gelingt es ihren Charakteren auch, mittels unkonventioneller Methoden ein Trauma zu überwinden und ihr Leben wieder aktiv in Angriff zu nehmen. Die sozialkritischen Filme blicken über den engen Tellerrand der in Film und Fernsehen oft dominierenden Mittelschicht hinaus und zeigen immer wieder Missstände in Großbritannien und Nordamerika auf. Arnold selbst zeigt sich in Interviews betroffen von den Zuständen und der Armut, die sie sowohl in ihrer britischen Heimat, als auch in den Vereinigten Staaten beobachtet hat.
Kritiker vergleichen ihr Werk mit dem naturalistischen Stil eines Ken Loach und den Filmen von Lynne Ramsay, die ihren Schwerpunkt auf Bild und Vertonung statt auf Dialog fokussiert und mit verwandten Themen aufwartet. Ebenfalls können Arnolds Filme der britischen Kitchen-Sink-Tradition zugeordnet werden, nach der ein bestimmtes Milieu nicht verurteilt wird, sondern man stattdessen eine Perspektive in ihm einnimmt. Seit einigen Jahren führt Arnold nun verstärkt Regie in Serien.