So forsch, so furchtlos

Ein multimediales Tanz/Performance Projekt mit Installationen, Film- und Hörbeiträgen zum Thema Idylle und Illusion

So / 08.02.2026 / 16:00 Uhr
Eine Koproduktion mit der Stabstelle ehemaliges Reichsparteitagsgelände im Geschäftsbereich Kultur, gefördert von der Stadt Nürnberg, der Kulturstiftung der Sparkasse, der Kunst- und Kulturstiftung der Nürnberger Nachrichten, der TanzZentrale e.V. Mit freundlicher Unterstützung des Kulturamts der Stadt Fürth. Dieses Projekt wird ermöglicht durch den Bayerischen Landesverband für zeitgenössischen Tanz (BLZT) aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst.


Populistische Parteien und antidemokratische Strömungen weltweit versprechen in ihren Zukunftserzählungen Idyllen, in denen perfekte Bedingungen für ausgesuchte Gemeinschaften herrschen.

Das Tanz/Performance Projekt „So forsch, so furchtlos“ möchte den Themenkomplex der Idylle in der Kongresshalle des Reichsparteitagsgeländes untersuchen und künstlerisch bearbeiten. In der Wahl dieses Ortes stellt es sich damit diesem Relikt nationalsozialistischer Herrschaftsarchitektur und zieht einen größtmöglichen Kontrast zu üblichen Vorstellungen von Idylle.

In einer Welt, die von verstörenden Veränderungen geprägt ist, wird nach Orten der Zugehörigkeit und Gemeinschaft gesucht, nach Orten der Idylle. Diese bieten Raum für Identifikation, für Erfüllung und Orientierung. Sie sind Rückzugsorte um ein neues Selbstwertgefühl zu entfalten, aber auch um Gemeinschaft zu erleben. Diese Sehnsucht nach Idylle wird seit einiger Zeit von rechtspopulistischen Strömungen vertreten und bespielt, wobei sie oft einer tiefen Unzufriedenheit mit der Realität entspringt.

Beispielhaft hierfür sind die Pläne von „free private cities“, die sowohl an Land in speziellen Sonderwirtschaftszonen, wie auch auf See auf schwimmenden Inseln etabliert werden sollen. Als Ideal einer kapitalistischen Idylle soll hier für Auserwählte ein Leben ohne jegliche staatliche Regulierung und Besteuerung stattfinden. Diese Vorstellungen gehen noch weiter hin zu Weltraum-Kolonien, die von perfektionierten Menschen besiedelt werden sollen. Der Rest der Menschheit soll von diesen Vorhaben ausgeschlossen werden.

Doch hinter der idyllischen Fassade lauern Reibung und Widerspruch.

Was muss alles getan werden, um idyllische Zustände zu erreichen? Was muss abgeschafft und aus dem Weg geräumt werden - Andersdenkende, Migranten - , um zur vermeintlichen Harmonie zu gelangen? Was geschieht, wenn das durch die Vorstellung der Idylle geprägten Selbstwertgefühl in Größenwahn umschlägt?

So verbirgt sich hinter der Fassade der Idealvorstellung einer Idylle eine tiefere Täuschung von Unterdrückung und Verdrängung. Und immer wieder gibt es Enttäuschte, die den Schleier wegziehen und die inneren Konflikte und Widersprüche einer vermeintlichen Harmonie aufzeigen.

Co>labs entwickelt gemeinsam mit bildenden Künstler:innen der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg für das Performance-Projekt „So forsch, so furchtlos“ begehbare Stationen, die mit Audio- und Videoinstallationen, 4 Tänzer:innen, Choreographien und bildhaften Elementen, Mitgliedern des StadtNsembles, einer Opernsängerin, einem DJ und einer Reiterin mit Pferd das Spannungsfeld von Idylle, Größenwahn und Desillusionierung für das Publikum erlebbar machen.

CHOREOGRAFIE/REGIE Beate Höhn
KÜNSTL.MITARBEIT/DRAMATURGIE Thomas Stang
TANZ/PERFORMANCE Giusy Cirillo, Jonas Dürrbeck, Henry Nguyen, Emmanuelle Rizzo, Mitglieder StadtNsemble Nürnberg
GESANG Rebecca Martin
REITERIN/PFERD Britta Meyer/Etienne
FILM Ali Al-Zubaidi
RAUM Michelle Berndt, Theresa Koller
SOUND Marius Müller
LICHT/TECHNISCHE LEITUNG Rüdiger Sturm
PRODUKTIONSASSISTENZ Wiebke Witsch
GRAFIK Philipp Stöcklein

Vorverkauf: 18 €zzgl. VVK-Gebühr

Vorverkauf ermäßigt: 13 €

Abendkasse: 20 €nur Barzahlung möglich

Abendkasse ermäßigt: 15 €nur Barzahlung möglich

Stab Ehemaliges Reichsparteitagsgelände / Zeppelintribüne und Zeppelinfeld im Geschäftsbereich Kultur der Stadt Nürnberg
Website
co>labs tanz/theater/produktionen
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