„... und es hat Zoom gemacht“: Schon vor Corona-Zeiten begann Schauspielerin und Regisseurin Andrea Hintermaier die Vorbereitungen für ihre nächste Produktion Tinderville 2025 – Einsam in Franken“. Die gezielte eigene Nutzung und zahlreiche On- und Offline-Befragungen ergaben enorm viel Futter für ein interaktives Theaterstück. Die Premiere am Donnerstag, 14. Mai 2020, kann bekanntermaßen in ihrer geplanten Form in der Tafelhalle nicht stattfinden. Durch die Pandemie fallen für den Moment physische Theaterbesuche aus und auch Dating-Apps, deren Ziel persönlicher Kontakt ist, werden dieser Tage primär nur zum Chatten genutzt – physische Nähe findet auch hier nicht statt. Aus „Tinderville 2025 – Einsam in Franken“ wurde „Experiment Tinder“.

Hintermaier und ihr Team proben unter diesen besonderen Umständen im Schnelldurchlauf auf der Bühne der Tafelhalle eine Kurzversion des Stücks und erforschen eine neue Form von Theater. Gemeinsam auf der Bühne in einem Abstand von zwei Metern und jeder vor seinem Bildschirm ist man sich gefühlt körperlich nah und bleibt doch in seinem eigenen Kosmos. Erste konkrete Leseproben per Video-Chat erschufen neue Konstellationen, Fragestellungen und inszenatorische Herausforderungen: Wie könnte eine virtuelle Bühne entstehen ohne dabei den Kontakt zum Publikum zu verlieren? Wie kann man sich digital begegnen und nahekommen? Aus dem Versuch, körperliche Nähe mit einem Video-Chat zu erzeugen, ist ein szenisches Experiment entstanden, das nun am 15.05.2020, 20 Uhr im Livestream zu erleben ist. Wir veröffentlichen den Link auf dieser Website.