shift/walls
... macht urbane Kunst live erlebbar
Mit shift/walls verwandeln sich die Ausstellungsräume des Kunsthauses und der Festsaal des Künstlerhauses vom 11. bis 27. September 2026 für zwei Wochen zum offenen Produktionsort. Wo sonst fertige Werke präsentiert werden, rückt nun der künstlerische Prozess in den Mittelpunkt: Acht Künstler:innen arbeiten gleichzeitig vor Publikum und machen sichtbar, was im Ausstellungsbetrieb meist verborgen bleibt.
Die Künstler:innen aus den Bereichen Graffiti, Installation, Performance, Klang, Zeichnung und konzeptueller Kunst arbeiten zwei Wochen lang parallel in einem gemeinsamen Atelier. Unterschiedliche künstlerische Arbeitsweisen treffen aufeinander, reagieren auf den Raum und entwickeln sich im Austausch miteinander weiter. Was sonst hinter Atelierwänden geschieht, wird Teil der Ausstellung: Entscheidungen, Zweifel, spontane Eingriffe und neue Ideen bleiben sichtbar und prägen den fortlaufenden Prozess.
Dabei verändert sich nicht nur die Kunst, sondern auch der Ausstellungsraum selbst. Wände werden bemalt, Räume neu gelesen, Klang breitet sich aus und performative Momente entstehen zwischen den Arbeiten. Selbst der Außenraum wird Teil des Projekts, wenn dort großformatige Arbeiten Schritt für Schritt wachsen. Jeder Tag hinterlässt neue Spuren – wer mehrmals kommt, erlebt shift/walls immer wieder anders.
die Künstler:innen
shift/walls bringt acht interdisziplinär arbeitende Künstler:innen zusammen, deren Arbeitsweisen unterschiedlicher kaum sein könnten, und die doch eine gemeinsame Haltung verbindet: die Offenheit für Prozess, Austausch und Experiment. Für zwei Wochen wird das Kunsthaus zum gemeinsamen Atelier, in dem Ideen aufeinandertreffen, Arbeitsweisen sich überschneiden und neue Verbindungen entstehen. Ob Graffiti, Installation, Performance, Klang oder konzeptuelle Kunst – die eingeladenen Künstler:innen verstehen den Prozess als Teil ihrer Praxis und reagieren aufeinander ebenso wie auf den Raum. So wächst mit jedem Tag ein Ort, der sich nicht über das fertige Ergebnis definiert, sondern über das, was dazwischen entsteht.
Rahmenprogramm
Während des Projekts laden Kunsthaus und Künstlerhaus dazu ein, den Künstler:innen bei ihrer Arbeit zu begegnen und den Entstehungsprozess unmittelbar mitzuerleben. An den Wochenenden erweitert der Festsaal das Atelier als Community Space – ein Ort für Austausch, Begegnung und gemeinsames Verweilen, an dem Besuchende und Künstler:innen miteinander ins Gespräch kommen können.
Den Abschluss bildet ein Präsentationswochenende mit kulinarischer Begleitung. Dann verdichten sich zwei intensive Wochen gemeinsamer Arbeit zu einem vielschichtigen Gesamtbild und zeigen, was nur in dieser besonderen Konstellation, in dieser begrenzten Zeit und durch den offenen Prozess vor Ort entstehen konnte.
Weitere Einblicke in das Projekt gibt es fortlaufend auf den Instagram-Kanälen @kunsthausnuernberg und @kuenstlerhaus_nbg
Programm shift/walls 2026

















Rückblick auf die vergangenen Ausgaben
Nach einer Pause von drei Jahren findet shift/walls 2026 zum vierten Mal statt.
Einen Rückblick zu den Ausgaben von 2020, 2021 und 2022 findet ihr hier:
Rückblick shift/walls 2022
Hier gehts zum Trailer auf YouTube!
Man nehme: 7 Künstler:innen, 1 leere Ausstellungsfläche, 2 Wochen und unbegrenzte Gestaltungsmöglichkeiten. Raus kommt: Wer soll das schon vorher wissen? Und genau darum ging es bei der zweiten Edition von @shift/walls. Sieben interdisziplinär arbeitende Künstler:innen mit Verbindungen in den Nürnberger Raum bezogen für zwei Wochen das Kunsthaus als temporäres Atelier, arbeiteten nebeneinander und gemeinsam um zu erörtern wie Raum und Leute sich gegenseitig beeinflussen.
Bilder vom 1. Offenen Sonntag
Bilder vom 2. Offenen Sonntag
Eindrücke aus dem Jahr 2021
Die Künstler:innen ließen keine Zeit verstreichen, machten gleich zu Tag Eins den Namen zum Programm: sie verschoben Ausstellungswände um Räume voneinander zu trennen, veränderten die Lichtsituation, richteten ihre neuen Arbeitsplätze ein -- kurz: sie machten sich das Kunsthaus zu eigen. Aus dem White Cube war innerhalb kürzester Zeit eine bunte Atelier-WG geworden.
Doch nicht nur die Künstler:innen veränderten das Kunsthaus, die Räume beeinflussten auch die Künstler:innen. So ließ sich beispielsweise Ilana Pichon mit ihren Wandarbeiten "Hublot 1-3" (franz. Bullauge) von der Form der Bögen inspirieren, die immer wieder in der Architektur des Kunsthauses auftauchen. Entgegen ihrer Gewohnheit arbeitete sie dabei ausschließlich in Schwarz und legte so den Fokus auf die vielschichtigen Strukturen ihrer diversen Arbeitstechniken. Auch Luca Hien arbeitete an der Wand und erstellte ein mehrere Meter hohes und breites Graffito, dass er sukzessive in dutzenden Ebenen auftrug.
Für die musikalische Bespielung des Kunsthauses sorgten Marco Stanke und ebenfalls Cris, die über die zwei Wochen gemeinsam eine Soundperformance erschufen. Nachdem das Grundgerüst gefertigt war kam außerdem Hannah Gebauer mit an Bord, die die Musik visuell übersetzte. Dafür programmierte sie interaktive Animationen, die auf bestimmte Frequenzen reagierten und so das Gehörte auch auf visueller Ebene erfahrbar machten.
Auch die Idee der Atelier-WG wurde teils sehr ernst genommen. Lucas Krieg, der sich in seinen Arbeiten intensiv mit seinen Träumen beschäftigt, nächtigte mehrmals im Kunsthaus um sich auch auf der Traumebene von den Räumlichkeiten beeinflussen zu lassen. Die Erfahrungen aus seinen luzidenTräumen sammelte er dann in einem Audio-Tagebuch und verarbeitete sie zusätzlich in seinen Skulpturen. Gesellschaft leisteten ihm zu später Stunde Cris Koch und Bogi Nagy. Beide betraten dabei nicht nur räumlich neues Terrain. Während Cris auf für ihn unüblichen kleinen Leinwänden seine Collagen entstehen ließ, versuchte sich Bogi zum ersten Mal an zwei lebensgroßen Skulpturen.
Damit die Arbeit nicht in einer BlackBox geschah wurde der gesamte Prozess via Social Media begleitet. Während man sonst in einer Ausstellung meist nur dem finalen Ergebnis gegenübersteht, konnte über die intensive Begleitung die Entstehung der einzelnen Werke, aber auch die Arbeitsweise der Künstler:innen mitverfolgt werden. Und da lief nicht immer alles reibungslos: Lucas berichtete von schlaflosen Nächten. Bogi musste feststellen, dass sie in der kurzen Zeit doch nur eine der Skulpturen fertig stellen könnte. Hannah vergaß es, einen Programmentwurf abzuspeichern und musste von vorne anfangen. Und Luca, der nach einer Woche bereits seine gesamte Wandfläche bemalt hatte, merkte, dass dies zu überladen war und begann Teile seines Werkes wieder weiß zu überstreichen.
Obwohl shift/walls sich vor allem auf den Prozess konzentriert, wurden zum letzten Wochenende dennoch auch (Zwischen-)Ergebnisse präsentiert. Nachdem am Freitag Cris, Marco und Hannah ihre Live Visual Sound Performance aufführten, kamen am Samstag einige alte WG-Mitbewohner zu Gast: das Hip-Hop-Kollektiv Lass Weng Flown war bereits im Dezember 2020 Teil von shift/walls, konnten auf Grund der Corona-Situation jedoch nur per Stream auftreten. Dieses Jahr deuteten sie Lucas Malerei zur Bühne um und performten ihre Beats und Rhymes live vor Publikum.
Nach zwei Wochen intensiver Bespielung ist mittlerweile wieder Ruhe ins Kunsthaus eingekehrt. Noch am Montag nach dem Abschlusswochenende rückte der Maler an und entfernte so manches Kunstwerk. Denn auch das gehört zu shift/walls - es ist nunmal temporär. Ein kleiner Trost war es, dass Lucas Werk auch nach zweimaligem Streichen noch nicht ganz überdeckt war. Ein viel größerer Trost, dass auch fünf weitere Farbschichten nicht die im Projekt entstandenen Erfahrungen, Prozesse und Synergien überdecken können…









































