Cecil B.
„Cecil B. Demented ist der Anführer einer ‚halbstarken Bande von jugendlichen Filmterroristen‘, die Hollywood den Krieg erklärt haben: Kurzerhand wird eine zickige Filmdiva entführt und gezwungen, in Cecils Undergroundfilm mitzuspielen. Dieser verspricht nichts Geringeres als: „Real People, Real Terror“. Getreu diesem Motto verüben Cecil und sein Filmteam vor laufender Kamera Terroranschläge gegen Multiplex-Kinos und demolieren die Drehorte von Hollywoodfilmen wie „Forest Gump 2 – Gump Again“. Die konservativen Studiobosse erzittern bald vor Angst ...
[...] John Waters hat mal wieder zugeschlagen. Der Regisseur aus Baltimore, der von Fans ehrfurchtsvoll ‚Pope of Trash‘ genannt wird, liefert hier ein überdrehtes, hochgradig unterhaltsames Action-Slapstick-Massaker ab, wie es Hollywood schon lange verdient hat. Der Film legt von der ersten Minute an ein rasantes Tempo vor, gönnt sich keine Pause, und ist nach 87 Minuten viel zu schnell zu Ende. Die zahlreichen bitterbösen Pointen sitzen (und wie), die Darsteller wachsen einem ans Herz (und das, obwohl so mancher die Schauspielschule entschieden zu früh abgebrochen hat). Bei näherem Hinsehen entpuppt sich der Film dann auch als weitaus intelligenter, als der erste Eindruck vermuten lässt: Ja, Cecil B. Demented (unschwer als das jugendliche Alter Ego von John Waters zu erkennen) hat verdammt noch mal recht mit seiner Radikalkritik an der Dummheit der amerikanischen Filmindustrie.“ (Harald Ladstätter, www.filmtips.at)
John Waters zum 80.
John Waters wurde am 22. April 1946 in Baltimore als Sohn katholischer Eltern geboren. In der Schule scharte er bereits eine Gruppe um sich, die sein Kunstverständnis teilte: Die „Dreamlanders“, wie sich Cast und Crew fortan nannten, wurden mit John Watersʼ ersten Langfilmen „Multiple Maniacs“, „Pink Flamingos“ und „Female Trouble“ zu Ikonen. Einer seiner Stars war Harris Glenn Milstead, besser bekannt als Divine.
Die Filme von John Waters erlangten große Underground-Berühmtheit und trugen maßgeblich zur Entwicklung des Midnight-Movie-Formats bei. Seine größten Vorbilder waren Rainer Werner Fassbinder, Ingmar Bergman, Herschell Gordon Lewis und William Castle. Abseits des guten Geschmacks kreierte der selbst ernannte „Schmuddelkönig von Hollywood“ Filme, die bewusst das bisherige Kinoverständnis infrage stellten und durch zahlreiche Tabubrüche die Zensur provozierten. Dies gelang ihm stets mit beißendem Humor und einer scharfsinnigen, hintergründigen Inszenierung. Seine Themen haben bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren.
Originaltitel: Cecil B. Demented
Land: USA
Jahr: 2025
Regie: John Waters
mit: Melanie Griffith, Stephen Dorff,
Alicia Witt, Maggie Gyllenhaal, Mink Stole
Länge: 87 Min.
Sprache: deutsche Fassung
FSK: ab 16
Eintritt: 6 €
Mehr in dieser Reihe:Kommkino e. V. präsentiert, John Waters zum 80.
90402 Nürnberg
Aufzug. Für jede Vorstellung sind zwei rollstuhlgerechte Plätze eingerichtet. Reservierungen dafür bitte per E-Mail an: filmhaus@stadt.nuernberg.de




