Jubiläumsraum: Ria Picco-Rückert – Eine Malerin im Nationalsozialismus

3. Oktober 2020 bis 21. Februar 2021

Eröffnung: Freitag, 2. Oktober 2020, 11 Uhr

Parallel zur Ausstellung „Dore Meyer-Vax – Engagierte Kunst“ zeigt die Kunstvilla im Jubiläumsraum mit Ria Picco-Rückert (1900 – 1966) eine weitere Künstlerin, die Anfang des 20. Jahrhunderts in Nürnberg geboren wurde und deren Werdegang nicht ohne den zeitlichen Hintergrund der nationalsozialistischen Diktatur rezipiert werden kann. Der angepasste künstlerische Weg Picco-Rückerts im Nationalsozialismus wird als Gegenbeispiel zu der ab 1933 mit Ausstellungsverbot belegten und politisch engagierten Dore Meyer-Vax (1908 – 1980) vorgestellt. Ria Picco-Rückert erhielt ihre Ausbildung in den 1920er-Jahren zunächst an der Kunstgewerbeschule in Nürnberg bei den Professoren Karl Selzer (1872 – 1939), Max Körner (1887 – 1963) und Hermann Gradl (1883 – 1964), anschließend an den Kunstakademien Stuttgart, Wien und der Großherzoglich- Sächsischen Kunstschule Weimar. Ende der 1920er-Jahre entstanden aus eigenem Interesse erste Gemälde der Maximilianshütte in Sulzbach-Rosenberg, mit denen sich Picco-Rückert erfolgreich als Industriemalerin etablierte. In der Folgezeit erhielt Picco-Rückert ab Anfang der 1930er-Jahre bis zu ihrem Lebensende kontinuierlich Aufträge verschiedener Bergbauunternehmen und Stahlwerke. Die Präsentation im Jubiläumsraum zeigt die zwei inhaltlichen Pole im Werk der Künstlerin, die bei Picco-Rückert auch das Spannungsfeld von Auftragskunst und freier Kunst verdeutlichen: die in realistischer Manier erfassten mächtigen Industrieanlagen neben idyllischen, vornehmlich auf Reisen entstandenen Landschaftsmalereien, mit denen sie in den 1950er-Jahren in viele Sammlungen Eingang fand.

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