Bildzauber - Projektionskunst aus Nürnberg

5. Dezember 2026 bis 10. Januar 2027, Künstlerhaus - Glasbau Deck 1

Nürnberg ist als Handwerkerstadt, Industrie- und Spielwarenmetropole eng mit den Anfängen der Projektion verbunden. Laterna Magica, Kinematographen und andere seltsame Apparaturen wurden hier erst in kleinen Werkstätten und später fabrikmäßig produziert. Die Ausstellung zeigt anhand von rund 40 Leihgaben der Privatsammlung Zech, wie namhafte Nürnberger Firmen seit dem 19. Jahrhundert Bilder zum Laufen brachten.

In der Bezeichnung Zauberlaterne (lat. Laterna magica) hat sich noch die Magie der Anfangszeit erhalten, als mittels unsichtbar platzierter Projektoren scheinbar von Geisterhand Bilder projiziert wurden. Als „physikalische“ Unterhaltung waren Laterna magica indes bereits im 17. Jahrhundert bekannt. Ende des 18. Jahrhunderts entwickelten sich die Apparate mit Gehäuse, Linse und Lichtquelle zum Spielzeug. Ab ca. 1860 wurden Laterna magica in Nürnberg industriell produziert.

Zu einer Laterna magica gehörten üblicherweise zwölf Glasbilder als Grundausstattung, die meist vier Motive als Reihe zeigen. Die Motivik umfasst Märchen, religiöse Szenen, Weltreisen und Spaßbilder. Früh wurden mit verschieden angeordneten Bildern durch unterschiedliche technische Mechanismen einfache Bewegungsabläufe simuliert. Panoramabilder konnten wie bei einem Kameraschwenk durchgezogen werden, sodass die Laterna magica zum Vorläufer des Kinematographen wurde.

Mit der Erfindung des Cinématographe durch die Gebrüder Lumière Ende des 19. Jahrhunderts erlebte die Projektionstechnik ihren größten Fortschritt. Additiv zu den Glasplatten war mit dem Zelluloidfilm nunmehr die Projektion von richtig bewegten und realen Bildern möglich. Die Blütezeit der Nürnberger Projektionsfabrikation endete erst mit dem Zweiten Weltkrieg.

Die Ausstellung “Bildzauber - Projektionskunst aus Nürnberg” im Glasbau des Künstlerhauses ist eine Kooperation des Filmhaus Nürnberg und der Kunstvilla, die parallel die große Sonderausstellung „Kunst ist ein Spiel, das Spaß macht – Spielzeug in der Nürnberger Kunst“ präsentiert.

Öffnungszeiten: Di - So 15 bis 20 Uhr

Eintritt frei

 

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