Audiodeskription als Teil der Inszenierung

Mel Brinkmanns Tanzperformance „Zones of Simulation - Choreografien ziviler Körper im militärischen Training“

Was ist eine integrierte künstlerische Audiodeskription?

Die Premiere der Tanzperformance für ein Publikum mit und ohne Sehbehinderung feiert am 23.1. Premiere. Sie nimmt das Publikum mit nach Hohenfels – einen kleinen Ort in Bayern mit großer militärischer Bedeutung. Dort schlüpfen sogenannte Civilians on the Battlefield (COBs) auf einem US-Truppenübungsplatz in die Rollen fiktiver Dorfbewohner:innen aus globalen Krisenregionen. Ihr Auftrag: möglichst „realistische“ Trainingsszenarien für Soldat:innen zu schaffen. 

Ein zentrales Element von „Zones of Simulation“ ist die künstlerische integrierte Audiodeskription. Audiodeskriptionen bauen aktiv Barrieren für blinde Menschen und Menschen mit Sehbehinderung ab und sind damit ein Mittel der Zugänglichkeit. Bei Zones of Simulation ist die Audiodeskription Teil der Inszenierung selbst – für alle hörbar im Raum.

Gesprochen von Clara Devantié führt die Audiodeskription durch Bewegungen, Projektionen und Szenen, verbindet sich mit dem Körper auf der Bühne und verwebt Interviews mit ehemaligen COBs, Erfahrungsberichten und historischen Recherchen. Die Audiodeskription ist ein choreografischer Score und gibt Einblick in die Innenperspektive der Performer:in. Sie ist Text, Rhythmus und Atmosphäre zugleich. 

Entstanden ist dieser Text direkt im Recherche- und Probenprozess: In enger Zusammenarbeit haben die blinde Autorin Janine Süss, die sehende Autorin Mariam Nazaryan und sehende:r Dramaturg:in Aru Ray Tormann Szenenbeschreibungen, Romanauszüge und weiteres Material miteinander verwoben.

Vor jeder Vorstellung gibt es um jeweils 18:45 Uhr eine Tastführung für blinde Menschen und Menschen mit Sehbehinderung. Die Teilnehmenden lernen die Performerinnen kennen und können das Kostüm und Bühnenbild ertasten. 

Anmeldung zur Tastführung bitte bis spätestens einen Tag vor der Veranstaltung über dieses Kontaktformular

Am 11. Februar findet außerdem ein Workshop um 19 Uhr in der Tanzzentrale in Nürnberg statt, in dem blinde Menschen und Menschen mit Sehbehinderung das Bewegungsmaterial kennenlernen können. 

 

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