“Wenn der Körper auf jeden Reiz wie auf akute Lebensgefahr reagiert”
“´Über Müdung´ ist das Ergebnis dieser Einsicht. Ein kraftvolles Stück über extreme Kraftlosigkeit – und der wohl erste Theaterabend über ME/CFS, bei dem eine Betroffene selbst auf der Bühne steht.”
Die SZ-Autorin Sabine Leucht fragt danach, wie es sich mit einer Krankheit lebt, für die es keine Heilung und wenig Verständnis gibt? Und auch, woher die Performerin die Kraft für einen fordernden Theaterabend nimmt, in dem es genau darum geht: „Über Müdung“? (SZ, 26.3.2026) Sie traf sich mit Astrid Hornung zwei Tage nach der Premiere im Nürnberger Caffè Fatal.
„Meine Crashes können zehn Minuten oder einen halben Tag dauern“, (…) „Wenn sie sich ankündigen, fühlt es sich an, als würden sich meine Arme entzünden und mein Kopf auch. Ich kann mich nicht mehr konzentrieren, bekomme Wortfindungsstörungen und der ganze Körper geht in eine Art Grippemodus.“ (…) „Das ist bei jedem Betroffenen anders“.
“In `Über Müdung` versucht sie ein Sprachrohr für alle zu sein und informiert über Diagnose-Odysseen, Wirkungsmechanismen der Krankheit und was sie vermeintlich lindern soll. Nach dem neunten Nahrungsergänzungsmittel, das sie sich in den Mund stopft, kann sie deren Namen nur noch nuscheln. 250 Euro kosten diese sie jeden Monat. Das teuerste, worauf sie sich je eingelassen hat, war eine Sauerstofftherapie. Einmal hat sie sich den rechten Kiefer aufschneiden und stille Entzündungen entfernen lassen, was sich positiv auf ihre Nahrungsmittelintoleranzen hätte auswirken sollte. Geholfen hat es nicht.”
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